Letztes Update:
20220617174243

Gazprom drosselt Gaslieferungen für die Slowakei

13:20
17.06.2022
Der russische Energiekonzern Gazprom hat auch der Slowakei die Gaslieferungen stark gedrosselt. Das bestätigte der teilstaatliche slowakische Gasversorger SPP am Freitag der Nachrichtenagentur TASR. Seit Freitag erhalte SPP aus Russland nur 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Menge. Schon in den Tagen zuvor seien die Liefermengen schrittweise verringert worden und zwar am Dienstag um zehn Prozent, am Mittwoch um 15 Prozent und am Donnerstag um mehr als ein Drittel. Die Versorgung sei aber vorerst nicht gefährdet, die inländischen Speicher seien derzeit zu 52 Prozent gefüllt.

Die Slowakei bezog bisher mehr als 80 Prozent ihres Gasbedarfs aus Russland. Bis 2009 waren es sogar hundert Prozent gewesen. Seither reduziert das EU-Land schrittweise seine Abhängigkeit und bereitet sich inzwischen auch auf die Möglichkeit vor, dass die Lieferungen aus Russland infolge des Kriegs in der Ukraine ganz ausfallen könnten.

Denise Frommeyer

Von der Leyen: Ukraine verdient europäische Perspektive

10:49
17.06.2022
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich offiziell für den EU-Beitrittskandidatenstatus für die Ukraine ausgesprochen. „Die Ukraine verdient eine europäische Perspektive“, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin am Freitag in Brüssel zur Vorstellung einer Empfehlung an die 27 EU-Mitgliedstaaten. Nach Auffassung der Kommission habe das Land deutlich das Bestreben und Engagement zum Ausdruck gebracht, den europäischen Werten und Standards gerecht zu werden.

„Die Ukrainer sind bereit, für die europäische Perspektive zu sterben“, sagte von der Leyen mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen das Land. Man wolle es ihnen ermöglichen, den europäischen Traum zu leben.

Ähnlich äußerte sich von der Leyen zu Moldau, das nach einer Analyse der Kommission ebenfalls den Kandidaten-Status bekommen sollte. Der kleine Nachbar der Ukraine habe zuletzt mit einem klaren Mandat seiner Bürgerinnen und Bürger einen entscheidenden Schritt in Richtung Reformen getan, erklärte sie. Auch wenn es noch einen weiten Weg vor sich habe, sei es auf dem europäischen Weg.

dpa