Nachdem die dritte und damit letzte Brücke der Stadt Sjewjerodonezk über den Fluss Síwerskyj Donez zerstört wurde, wachsen die Sorgen um die in der Stadt verbliebenen Zivilisten. Die Lage rund um das Chemiewerk Azot sei besonders schwer, sagte der Chef der städtischen Militärverwaltung, Olexander Strjuk, im ukrainischen Fernsehen. Auf dem Werksgelände sollen in Bombenschutzkellern bis zu 560 Zivilisten ausharren. „Gewisse Vorräte wurden im Azot-Werk geschaffen“, sagte Strjuk. Zudem leisteten Polizisten und Militärs Hilfe. Das Gelände stehe aber unter ständigem Beschuss, die Straßenkämpfe dauerten an.
Die Situation in dem Werk erinnert an jene der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine, wo sich im Asovstal-Werk ukrainische Soldaten und Zivilisten verschanzt hatten. Inzwischen ist die Stadt inklusive des Stahlwerks unter russischer Kontrolle.
Der von Russland für Mittwoch angekündigte Fluchtkorridor soll in nördliche Richtung in die Stadt Swatowe (Swatowo) im Gebiet Luhansk führen.