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Kampf um Sjewjerodonezk: „Russen haben mehr Verluste als Ukrainer“

20:04
09.06.2022
Die russischen Truppen erleiden ukrainischen Angaben zufolge beim Kampf um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk erhebliche Verluste. „Die Russen haben wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer“, teilte der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj am Donnerstag bei Facebook mit. Das Verhältnis liege „bei eins zu zehn“. Zu ukrainischen Verlusten könne er keine Angaben machen.

Die russische Armee habe die Überreste von Einheiten aus der Teilrepublik Burjatien im Fernen Osten Russlands abgezogen, meinte Hajdaj. „Sie sterben wie die Fliegen.“ Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Russische Kräfte hatten in der vergangenen Woche den Großteil der Industriestadt erobert. Die Ukrainer mussten sich in das Industriegebiet und in die benachbarte Zwillingsstadt Lyssytschansk zurückziehen. In dem seit Ende Februar laufenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben russische Truppen mittlerweile mehr als 90 Prozent des Gebiets Luhansk unter ihre Kontrolle gebracht.

dpa

Wegen Angriffskrieg: Kiew streicht Städtepartnerschaft mit Minsk

19:43
09.06.2022
Weil Belarus den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützt, hat die ukrainische Hauptstadt Kiew der belarussischen Metropole Minsk die Städtepartnerschaft gekündigt.

Dies habe der Stadtrat von Kiew so entschieden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag mit. „Minsk kann man kaum noch eine Partnerstadt von Kiew nennen. Also hindert uns nichts daran, die Entscheidung zur Aufhebung des Status' für die Hauptstadt von Belarus zu treffen“, betonte der frühere Box-Weltmeister. Von Belarus aus flögen Raketen in ukrainische Städte und Dörfer, zudem seien auch von dort aus russische Truppen in die Ukraine einmarschiert.

Der Schritt kommt nach 25 Jahren - die Partnerschaft wurde im Juni 1997 beschlossen.

dpa

Frontex: 5,5 Millionen Ukrainer in EU-Länder geflohen

19:03
09.06.2022
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex mehr als 5,5 Millionen Ukrainer in EU-Mitgliedsländern in Sicherheit gebracht. Unter Berücksichtigung der Geflüchteten mit nicht-ukrainischer Staatsangehörigkeit seien es insgesamt 7,3 Millionen Menschen, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar seien aber mittlerweile mehr als 2,6 Millionen Ukrainer aus EU-Ländern wieder in ihr Heimatland eingereist. Derzeit liege die tägliche Zahl der Ukraine-Rückkehrer höher als die Zahl derer, die aus dem vom Krieg verwüsteten Land in die EU ausreisen wollten.

dpa

Stoltenberg begrüßt Aufstockung der Bundeswehrtruppe in Litauen

18:31
09.06.2022
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigte Aufstockung der Bundeswehrtruppe in Litauen und das 100-Milliarden-Programm für die Aufrüstung der deutschen Streitkräfte begrüßt. Das am Freitag beschlossene Sondervermögen für die Bundeswehr sei eine „historische Investition in Verteidigung“, sagte Stoltenberg laut einer Nato-Mitteilung am Donnerstag in einer Videokonferenz mit Scholz. Die Entscheidung des Bundestags sei ein „großartiges Signal an andere Verbündete“.

Auch mit der Zusage einer Kampfbrigade für den Schutz Litauens vor einem möglichen Angriff Russlands schreite Deutschland „mit gutem Beispiel voran“, sagte Stoltenberg mit Blick auf den für Ende des Monats geplanten Nato-Gipfel in Madrid. Dort erwarte er von den Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten weitere Schritte für mehr Abschreckung und Verteidigung des Bündnisses.

Außerdem würdigte Stoltenberg die wirtschaftliche, humanitäre und militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine. Das deutsche Engagement werde angesichts des „brutalen und illegalen Krieg Russlands“ immer wichtiger, sagte er laut Mitteilung.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit erklärte, Scholz und Stoltenberg seien sich einig gewesen, dass vom Nato-Gipfel ein Signal der Entschlossenheit und Geschlossenheit der Allianz ausgehen müsse. Scholz habe betont, dass die Nato auch im nächsten Jahrzehnt ihren Kernauftrag - den kollektiven Schutz des europäischen und nordamerikanischen Bündnisgebiets - zuverlässig und erfolgreich erfüllen müsse. Deutschland wolle hierzu angemessen beitragen.

dpa