Letztes Update:
20220704114725

London sichert Kiew dauerhafte Unterstützung auch für Wiederaufbau zu

04:35
04.07.2022
Vor Beginn einer Geberkonferenz für die Ukraine in Lugano hat Großbritannien dem Land andauernde Unterstützung zugesichert. Außenministerin Liz Truss werde am Montag ankündigen, dass London „alles Mögliche tun wird, um sicherzustellen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt und sich erholt“. Wie das britische Außenministerium am Sonntagabend weiter mitteilte, bat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Vereinigte Königreich, sich für den Wiederaufbau der Hauptstadt Kiew und des gleichnamigen Gebiets einzusetzen.

Teddy Jaans

Ereignisse der Nacht und Ausblick auf den Tag

04:31
04.07.2022

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. „Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat – insbesondere Lyssytschansk –, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden“, sagte er am Sonntag.
  • Die ukrainische Armee teilte mit, sie sei mit dem Rückzug aus Lyssytschansk einem Einkesseln zuvorgekommen. „Russland hat einen großen Vorteil in der Infanterie und in der Artillerie“, teilte das Militär in Kiew mit. Der Rückzug sei zum Schutz der Soldaten erfolgt. „Wir holen alles zurück, wir bauen alles wieder auf.“ 
  • Präsident Selenskyj sagte, die ukrainische Armee bewege sich vorwärts - sowohl im Gebiet Charkiw im Osten, als auch im Gebiet Cherson im Süden und auf dem Schwarzen Meer. Die jüngst wiedererlangte Schlangeninsel sei ein gutes Beispiel dafür. „Es wird einen Tag geben, an dem wir dasselbe über den Donbass sagen werden“, meinte er. „Die Ukraine gibt nichts verloren.“

  • Bei Raketenangriffen auf die ostukrainische Stadt Slowjansk wurden Bürgermeister Wadym Ljach zufolge sechs Menschen getötet und 15 verwundet. Ljach nannte die Attacke am Sonntag den „schwersten Angriff in jüngster Zeit“ auf die Großstadt in der Region Donezk. Unter den Toten sei ein Kind. 
  • Mit Blick auf die russische Offensive forderte der Vorsitzende des EU-Ausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), die Bundesregierung auf, Schützenpanzer oder zumindest gepanzerte Fahrzeuge ins Kriegsgebiet zu liefern. Gepanzerte Fahrzeuge wie zum Beispiel „Marder“, „Fuchs“ oder „Dingo“ könnten hier ungezählte Leben retten.
  • Russland warf dem Westen vor, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. „Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. 
  • Präsident Selenskyj begrüßte bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach in Kiew den Ausschluss russischer und belarussischer Sportler aus vielen Turnieren. „Man darf nicht zulassen, dass ein Terrorstaat den Sport nutzt, um seine politischen Interessen und Propaganda zu fördern“, sagte er einer Mitteilung zufolge am Sonntag. 

Das wird am Montag wichtig

Angesichts der massiven Kriegsschäden in der Ukraine wollen 40 potenzielle Geberländer zu einer Wiederaufbau-Konferenz im schweizerischen Lugano zusammenkommen. Die Regierung von Präsident Selenskyj will dabei ihre Prioritäten vorstellen. Um die Ukraine soll es am Abend auch bei einem Treffen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris gehen. Luxemburg ist bei der Geberkonferenz durch Wirtschaftsminister Franz Fayot vertreten.

Teddy Jaans