Die Ukraine hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen Russland eingereicht. Das bestätigte das Gericht in Straßburg am Dienstagabend.
Gegenstand sind Vorwürfe der Invasion und gezielter Angriffe auf Zivilisten unter Missachtung des Völkerrechts. Gerichtspräsident Robert Spano habe den Fall der Vierten Sektion des Gerichts zugewiesen und Russland in Kenntnis gesetzt. Vorausgegangen waren laut der Mitteilung vier andere Eingaben des ukrainischen Staates sowie rund 8.500 Einzelbeschwerden.
Die jetzt vervollständigte Klage richtet sich den Angaben zufolge gegen massive und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, die von der Russischen Föderation im Zuge ihrer Militäroperationen auf ukrainischem Gebiet seit dem 24. Februar begangen worden seien. Die Regierung in Kiew macht demnach russische Streitkräfte und andere Bewaffnete unter russischer Kontrolle für Tausende tote, verwundete, festgehaltene oder verschollene Zivilisten verantwortlich, weiter für die Zerstörung des Besitzes von Hunderttausenden und Millionen Vertriebene.