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20220611095932

Russland verlässt Welttourismusorganisation

19:32
10.06.2022
Russland hat sich aus der Welttourismusorganisation (UNWTO) verabschiedet. Eine entsprechende Anordnung der Regierung wurde am Freitag in Moskau veröffentlicht. Russlands Mitgliedschaft in der Sonderorganisation der Vereinten Nationen war bereits Ende April wegen des Angriffskriegs in der Ukraine von der UN-Generalversammlung suspendiert worden. Kurz zuvor hatte Moskau schon den Rückzug aus der UNWTO angekündigt. Begründet wurde dies mit einer „Politisierung“ der Organisation.

Der UNWTO mit Sitz in Madrid gehören mehr als 150 Staaten an. Erklärtes Ziel ist die Entwicklung eines verantwortlichen, nachhaltigen und allgemein zugänglichen Tourismus. Dabei soll besonderes Augenmerk auf die Interessen von Entwicklungsländern gelegt werden. 

Teddy Jaans

Estland bestellt wegen Putin-Äußerungen Botschafter ein

19:31
10.06.2022
Estland hat aus Protest gegen Äußerungen von Kremlchef Wladimir Putin zur Geschichte des baltischen Landes den russischen Botschafter einbestellt. Der russische Präsident hatte in einer Rede eine Anspielung auf die Eroberung der Stadt Narva im 18. Jahrhundert gemacht. Das estnische Außenministerium in Tallinn sprach am Freitag von „völlig inakzeptablen“ Äußerungen.

Putin hatte am Donnerstag den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit dem Großen Nordischen Krieg unter Zar Peter I. verglichen und von einer Rückholaktion russischer Erde gesprochen. Peter I. habe das Gebiet um die heutige Millionenstadt St. Petersburg nicht von den Schweden erobert, sondern zurückgewonnen. Gleiches gelte in ähnlicher Weise auch für Narva, das direkt an der Grenze zu Russland liegt. 

Teddy Jaans

Deutschland startet direkte Medizin-Hilfe für Schwerverletzte

19:12
10.06.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat bei einem Besuch in der Ukraine direkte medizinische Hilfe für Kriegsopfer gestartet. Die Unterstützung solle über einen langen Zeitraum gewährt werden, kündigte der SPD-Politiker am Freitag in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) an. Dazu gehören auch Prothesen für Kinder und Erwachsene, die in dem seit mehr als drei Monaten dauernden russischen Angriffskrieg Arme oder Beine verloren haben. Nach Treffen mit Opfern und Angehörigen zeigte sich Lauterbach beeindruckt von einem „ungebrochenen Lebenswillen“.

„Dies ist der Beginn einer andauernden Zusammenarbeit“, kündigte der Minister an. Dem ukrainischen Gesundheitsminister Viktor Ljaschko versprach er: „Wir werden alles tun, was wir können, um Sie zu unterstützen in diesem ungerechtfertigten, unmenschlichen und barbarischen Krieg.“ 

„Ich habe Kinder gesehen, die ihre Gliedmaßen verloren haben“, sagte Lauterbach. Der Minister traf auch Brandopfer und andere Schwerverletzte. Der russischen Armee warf er vor, „sogar medizinische Einrichtungen gezielt“ anzugreifen. Begleitet wurde Lauterbach von Ärzten und Prothesen-Spezialisten. Rund 200 Chirurgen und Notfallmediziner hätten sich für einen Einsatz in der Ukraine angeboten, sagte der Minister. 

Teddy Jaans