Letztes Update:
20220608090155

Polen unterzeichnet Waffenexportvertrag mit Ukraine

15:25
07.06.2022
Polen unterzeichnet nach Angaben von Regierungschef Mateusz Morawiecki gerade einen umfangreichen Vertrag über die Lieferung von Waffen an die Ukraine. Es handele sich um „einen der größten, wenn nicht den größten Waffenexportvertrag der vergangenen dreißig Jahre“, sagte Morawiecki am Dienstag bei einem Besuch bei dem Rüstungsunternehmen Huta Stalowa Wola im Südosten des Landes. Die polnischen Waffen würden sehr wichtig für die Kampfgebiete im Osten der Ukraine sein, fügte Morawiecki hinzu. Einen Teil der Mittel für den Kauf werde die Ukraine von der EU erhalten, einen Teil selbst bestreiten.

Teddy Jaans

Selenskyj: Ukraine-Krieg nur militärisch zu beenden

15:24
07.06.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält ein Ende des von Russland gegen sein Land geführten Krieges weiter nur auf dem „Schlachtfeld“ für möglich. „Vor allem muss der Sieg auf dem Schlachtfeld sein“, sagte der 44-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit der „Financial Times“. Um anzugreifen, mangele es der Ukraine aber weiter an Technik. Ohne zusätzliche Ausrüstung sei es für Kiew schwer, die Verluste wären groß. „Die Menschen haben für mich aber Priorität“, betonte der Präsident.

Der Westen müsse dabei auch weiterhin an der Souveränität der Ukraine Interesse haben. „Es kann keinerlei Gespräche ohne die Ukraine, hinter unserem Rücken geben.“ Die Ukraine werde auch nicht mangels Geld, Treibstoffs oder aufgrund der zerstörten Infrastruktur gesprächsbereiter werden. „Wir haben bereits zu viele Menschen verloren, um einfach so unser Territorium abzugeben“, betonte das Staatsoberhaupt. Moskau fordert von Kiew Gebietsabtretungen für ein Ende des Krieges. 

Teddy Jaans

Baltenstaaten kritisieren Macrons Aussagen zum Ukraine-Krieg

13:03
07.06.2022
Die baltischen Staaten haben die Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisiert, wonach Russland mit Blick auf die Zeit nach dem Krieg in der Ukraine nicht gedemütigt werden dürfe. „Russland hat sich selbst erniedrigt mit diesem Krieg“, sagte der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda am Dienstag nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz und dessen baltischen Kollegen in Vilnius. „Wir haben schon mehrmals wiederholt, dass Russland die roten Linien schon längst überschritten hat.“

Macron hatte am Wochenende in einem Interview mit der Regionalzeitung „Ouest France“ gesagt, dass es wichtig sei, Russland nicht zu demütigen, um dem Land nach Ende der Kämpfe einen diplomatischen Ausweg zu ermöglichen. Diese Aussage war auch bereits von der von Russland angegriffenen Ukraine deutlich kritisiert worden. „Wir müssen entschlossen und solidarisch vorgehen. Doch gleichzeitig zu versuchen, durch die Hintertür zu Putin zu gelangen, das wäre eine inakzeptable Legitimierung von diesem Regime. Das muss nicht sein“, sagte Nauseda laut der deutschen Übersetzung. Über den Umgang mit Putin gebe es unterschiedliche Ansichten und Debatten in der EU und Nato. Litauens Position dabei sei, „dass es sehr kompliziert ist, mit einem Diktator zu verhandeln“, sagte der Staatschef.

Estlands Regierungschefin Kaja Kallas sagte: „Ich denke, wir sollten uns nicht so viele Gedanken darüber machen, was Putin oder Russland fühlt. Wir sollten uns mehr Sorgen darüber machen, wie die Ukraine weiter durchhält.“

Dustin Mertes