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Ukrainisches Militär: Russische Armee sammelt im Osten starke Kräfte

17:29
03.06.2022
Die russische Armee zieht nach Angaben des ukrainischen Generalstabs starke Kräfte für einen Angriff auf die Großstadt Slowjansk im Donbass zusammen. Das ukrainische Militär sprach am Freitagabend auf Facebook von bis zu 20 russischen Bataillons-taktischen Gruppen (BTG). Das sind Kampfeinheiten mit gepanzerter Infanterie, Artillerie und Luftabwehr, sie zählen 600 bis 800 Soldaten.

Slowjansk gehört zum ostukrainischen Verwaltungsgebiet Donezk, dessen vollständige Eroberung sich Russland in dem seit 100 Tagen währenden Krieg auf die Fahnen geschrieben hat. Die Stadt liegt außerdem im Rückraum des seit Tagen umkämpften Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk.

Die militärischen Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar. In Sjewjerodonezk rücke der Feind im Schutz von starkem Artilleriefeuer in den Wohnvierteln weiter vor, habe aber nur teilweise Erfolg, hieß es in dem Bericht. Die russische Seite hat verkündet, die Stadt fast vollständig unter Kontrolle zu haben. Dagegen berichtete die ukrainische Gebietsverwaltung, die ukrainische Armee habe mit Gegenangriffen ein Fünftel der Stadt zurückgewonnen.

Dustin Mertes

Ukrainischer Minister: 370 kulturelle Stätten durch Krieg zerstört

17:28
03.06.2022
Russland hat es mit seinem Krieg gegen die Ukraine nach Ansicht des Kiewer Kulturministers Olexandr Tkatschenko auf die Auslöschung der Identität des Landes angelegt. Während der ersten 100 Tage der Invasion habe Russland 370 kulturelle Stätten zerstört, sagte Tkatschenko am Freitag in Kiew. Es seien Kulturdenkmäler, vor allem Kirchen, aber auch Exponate zu Schaden gekommen.

„Kultur ist Identität“, sagte der Minister. Deshalb gehe es Russland darum, die identitätsstiftende ukrainische Kultur zu vernichten. Die Ukraine habe eine große Kultur und werde sie auch international stärker fördern. „Wir können die russische Kultur, die Moskau als Waffe sieht, im Ausland und überall durch unsere eigene Kultur ersetzen“, meinte Tkatschenko.

Viele Künstler und professionelle Kulturschaffenden seien an der kulturellen Front tätig. Auch bei einem Konzert am Brandenburger Tor in Berlin unlängst hätten sich die Menschen in der deutschen Hauptstadt davon überzeugen können. Dort trat auch die Band Kalush Orchestra auf, die in diesem Jahr den Eurovision Song Contest (ESC) in Turin gewonnen hatte.

Tkatschenko bekräftige Pläne, den ESC im kommenden Jahr in der Ukraine auszurichten – trotz des nicht absehbaren Endes des Krieges. Die Bedingungen für ein Musikfest in Kriegszeiten müssten noch geklärt werden, meinte er. Es solle aber in dem Siegerland über die Bühne gehen. In der Hauptstadt Kiew oder auch in der westukrainischen Großstadt Lwiw etwa ist die Lage vergleichsweise stabil – anders als im besonders umkämpften Osten der Ukraine. Bisher gilt weiterhin der Kriegszustand - mit nächtlichen Sperrstunden.

Dustin Mertes

Kreml nach 100 Tagen Krieg in Ukraine: Alle Ziele werden erfüllt

13:10
03.06.2022
100 Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der Kreml die Fortsetzung der „militärischen Spezialoperation“ bis zum Erreichen aller Ziele betont. Es seien bereits einige Ergebnisse erzielt worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Als ein Ziel gilt die komplette Kontrolle über die ukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk.

Prorussische Separatisten hatten dort mit Moskaus Hilfe weite Teile der Regionen eingenommen, darunter auch die Großstadt Mariupol am Asowschen Meer. Besetzt halten die russischen Truppen etwa auch die südukrainische Region Cherson. Aus zahlreichen Orten seien ukrainische „nationalistische Elemente“ und „pronazistische Streitkräfte“ verdrängt worden. Die Orte gingen nun zu einem friedlichen Leben über, sagte Peskow.

„Diese Arbeit wird fortgesetzt werden bis zu dem Moment, an dem alle Ziele der militärischen Operation erreicht sind“, so Peskow weiter. In der Ukraine betonten zahlreiche Politiker dagegen, Russland habe in den ersten 100 Kriegstagen nichts als Zerstörung und Tod gebracht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vortag erklärt, Russland halte aktuell rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt.

Liz Mikos