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20220531082924

Ukraine und Russland beklagen sieben tote Zivilisten

18:49
30.05.2022
Im Osten der Ukraine haben beide Kriegsparteien am Montag weitere zivile Todesopfer beklagt. Im Gebiet Donezk seien drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden, teilte Gouverneur Pawlo Kyrylenko auf Telegram mit. In der Region Charkiw starb nach Angaben der Online-Zeitung „Ukrajinska Prawda“ ein Mann durch russische Granaten. Die russische Seite sprach der Agentur Tass zufolge von zwei getöteten Zivilisten durch ukrainische Angriffe im Gebiet Donezk sowie zwei getöteten Frauen im Gebiet Luhansk. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Die beiden selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine sind von Moskau als unabhängige Staaten anerkannt. Ihre Einnahme zählt zu Russlands Zielen in dem Krieg. Den Angriff auf das Nachbarland hatte Moskau am 24. Februar begonnen. Nach einer Zählung der Vereinten Nationen wurden seither mindestens 4.074 Zivilisten getötet. Die tatsächliche Zahl liegt auch nach UN-Schätzungen vermutlich deutlich höher.

Dustin Mertes

Selenskyj dringt auf schnelle Einigung der EU bei Sanktionen

18:48
30.05.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU-Staats- und Regierungschefs dazu aufgerufen, schnell weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. „Warum kann Russland mit dem Verkauf von Energie immer noch fast eine Milliarde Euro pro Tag verdienen?“, fragte Selenskyj, der am Montag per Video beim EU-Sondergipfel in Brüssel zugeschaltet war, laut Redetranskript. Er dankte den Vertretern der EU-Länder jedoch dafür, dass sie über Kompromisse sprächen.

Beim EU-Sondergipfel, der bis Dienstag dauert, wird unter anderem über das sechste Sanktionspaket gegen Russland verhandelt. Im Streit über ein Öl-Embargo zeichnete sich ab, dass die 27 EU-Staaten - wenn überhaupt - nur ein eingeschränktes Verbot von russischen Öl-Importen beschließen. Demnach könnten Öl-Lieferungen aus Russland über Pipelines weiterhin erlaubt bleiben, die Einfuhr von per Schiff transportiertem Öl würde unterbunden.

Selenskyj forderte die EU in seiner Rede auch auf, seinem Land noch im Juni den Kandidatenstatus für die EU-Mitgliedschaft zu erteilen. Ohne die Ukraine werde es niemals eine „vollwertige europäische Macht“ geben. „Wir müssen wie Sie sein. Wir wollen, dass die Ukraine den Kandidatenstatus erhält“, sagte Selenskyj. Die EU müsse zusammenstehen und dürfe sich nicht von Russland erpressen lassen, mahnte der ukrainische Präsident. „Europa muss Stärke zeigen. Denn Russland nimmt nur Macht als Argument ernst“, so Selenskyj.

Dustin Mertes