In der mittlerweile von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind Angaben eines Lokalpolitikers zufolge Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden worden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Freitag im Nachrichtendienst Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen, schrieb er. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.
Mariupol, das wochenlang von russischen Truppen belagert war und schließlich eingenommen wurde, ist international zu einem Symbol für die Brutalität des russischen Angriffskriegs geworden. Für besonderes Entsetzen sorgten in den Wochen nach Kriegsbeginn Angriffe auf eine Geburtsklinik sowie auf ein Theater, das Zivilisten als Luftschutzkeller diente.
Später belagerten russische und prorussische Militärs wochenlang das Stahlwerk Azovstal, in dem sich die letzten ukrainischen Verteidiger verschanzt hatten. Vor mehr als einer Woche ergaben sich die mehr als 2.400 Männer und Frauen. Sie sind nun in russischer Gefangenschaft.