Letztes Update:
20220420194342

US-Regierung: Russland hat uns vorab über Raketentest informiert

16:24
20.04.2022
Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hat Russland die USA vorab über den Test einer ballistischen Interkontinentalrakete informiert. Moskau habe die Vereinigten Staaten im Rahmen seiner Verpflichtungen aus dem atomaren Abrüstungsvertrag New Start „ordnungsgemäß davon in Kenntnis gesetzt, dass es einen ICBM-Test plant“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch in Washington. Die Abkürzung ICBM steht für Interkontinentalrakete. „Solche Tests sind Routine, und sie waren keine Überraschung“, betonte er. Der Test werde nicht als Bedrohung für die Vereinigten Staaten oder ihre Verbündeten angesehen.

Russland hatte inmitten seines Krieges in der Ukraine seine neue ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat (Nato-Codename: SS-X-30 Satan 2) getestet. Die mit Atomsprengköpfen bestückbare Rakete stärke massiv das nukleare Potenzial Russlands, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Keine Rakete auf der Welt könne Ziele in einer solchen Entfernung erreichen wie diese, hieß es. Die Sarmat hat eine Reichweite von 18.000 Kilometern. Damit kann Russland sowohl über den Nord- als auch über den Südpol angreifen und Ziele weltweit erreichen.

Die Rakete wurde nach Moskauer Angaben am Mittwochnachmittag vom Kosmodrom Plessezk im Gebiet Archangelsk abgeschossen. Die für den Test genutzten, nicht atomaren Sprengköpfe schlugen demnach auf dem Gelände Kura auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka ein.

Russland hatte seine Atomwaffen mit Beginn seines Krieges in der Ukraine vor acht Wochen in verstärkte Alarmbereitschaft versetzen lassen. Die Ankündigung wurde als Drohung mit dem Atomwaffenarsenal des Landes aufgefasst.

Liz Mikos

US-Verteidigungsminister spricht erstmals mit chinesischem Kollegen

15:40
20.04.2022
US-Außenminister Lloyd Austin hat erstmals seit seinem Amtsantritt mit seinem chinesischen Amtskollegen Wei Fenghe gesprochen. Beide hätten über die Verteidigungsbeziehungen zwischen den USA und China, regionale Sicherheitsfragen und Russlands Einmarsch in die Ukraine gesprochen, teilte das Pentagon in Washington am Mittwoch mit. Weitere Details zum Inhalt des Gesprächs gab die US-Regierung zunächst nicht bekannt. Das Verhältnis zwischen China und den USA ist sehr angespannt.

Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine gibt es Befürchtungen, dass auch Peking seine wiederholten Drohungen mit der Eroberung der Insel Taiwan wahr machen könnte. Die USA haben sich schon vor langer Zeit der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet und liefern Waffen. Zuletzt hatte das US-Außenministerium den geplanten Verkauf eines Raketenabwehrsystems vom Typ Patriot im Wert von 95 Millionen Dollar für Taiwan genehmigt.

US-Präsident Joe Biden hatte China zuletzt außerdem davor gewarnt, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen - und Moskau etwa bei der Umgehung westlicher Sanktionen zu helfen. Biden hatte in einem Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping im März wirtschaftliche Konsequenzen ins Spiel gebracht. „China weiß, dass seine wirtschaftliche Zukunft viel enger mit dem Westen verbunden ist als mit Russland“, hatte Biden nach dem Gespräch betont.

Liz Mikos