Russland hat den in der Hafenstadt Mariupol noch zu Tausenden kämpfenden ukrainischen Truppen mit Vernichtung gedroht. Die Einheiten, darunter 400 ausländische Söldner, hätten sich in dem Stahlwerk Asowstal verschanzt, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag in Moskau. Die Regierung in Kiew habe ihnen untersagt, die Waffen niederzulegen. Zuvor hatte Moskau ein Ultimatum bis Sonntagmittag gestellt und den Soldaten im Fall einer Kapitulation zugesichert, sie würden am Leben bleiben. Die Ukraine ließ dies aber verstreichen.
„Im Fall einer weiteren Gegenwehr werden sie alle vernichtet“, kündigte Konaschenkow an. Nach russischen Angaben sollen sich allein in dem Werk etwa 2.500 Kämpfer aufhalten, die die Stadt gegen eine komplette Eroberung verteidigen wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wiederholt erklärt, alles für eine Rettung der strategisch wichtigen Stadt tun zu wollen. Zugleich drohte er damit, bei einer Tötung der ukrainischen Kämpfer die Verhandlungen für eine Beendigung des Kriegs aufzukündigen.