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Russland nimmt Rache für Untergang der "Moskwa"

06:52
16.04.2022
Nach dem Untergang des Flaggschiffs seiner Schwarzmeerflotte hat Russland einen ukrainischen Raketenhersteller bombardiert, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. In der Vizar-Fabrik nahe Kiew werden die Neptun-Anti-Schiffsraketen hergestellt, mit denen die Ukrainer nach eigenen Angaben die „Moskwa“ beschossen haben.

Das 186 Meter lange Raketenschiff war von zwei ukrainischen Raketen getroffen worden, wie das Pentagon bestätigte.

Eine ukrainische Militärbeamtin sagte, dass die Besatzung – nach den vorliegenden Angaben etwa 500 Mann – entgegen der russischen Darstellung nicht gerettet werden konnte.

Russland behauptete, das Schiff sei durch ein Feuer und die Explosion seiner eigenen Munition „schwer beschädigt“ worden und dann beim Abschleppen gesunken, hielt aber daran fest, dass die Besatzung evakuiert worden sei.

Die Sprecherin des Militärkommandos der Südukraine, Natalia Gumenjuk, fügte hinzu: „Wir sind uns vollkommen bewusst, dass man uns die Zerstörung der Moskwa und damit den Schlag gegen Moskaus 'imperiale Ambitionen' nicht verzeihen wird. Wir sind uns bewusst, dass die Angriffe auf uns zunehmen werden, dass der Feind Rache nehmen wird, dass es Raketenangriffe und Artilleriebombardements geben wird“, fuhr sie fort.
 

Jörg Tschürtz

Die Lage der Ukraine im Überblick

06:39
16.04.2022
Wiederaufbau stellt Ukraine vor riesige Herausforderung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht sein Land in ehemals von russischen Truppen besetzten Orten und Städten mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Der Umfang der Arbeit für eine Wiederherstellung des normalen Lebens sei „wirklich enorm“. 

Große Zerstörung in Sjewjerodonezk

Durch den russischen Angriffskrieg nahm nach ukrainischen Angaben auch die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk großen Schaden. Laut dem Chef der Militärverwaltung der Stadt, Olexandr Strjuk, ist die Stadt zu rund 70 Prozent zerstört. 

Mindestens zehn Tote nach Beschuss von Charkiw

Bei einem Beschuss des Industriebezirks der ostukrainischen Metropole Charkiw sollen ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen getötet worden sein. Unter den Opfern sei ein sieben Monate altes Baby, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebietes Charkiw am Freitagabend auf Facebook mit. Die Ukraine berichtete zudem über einen russischen Luftangriff auf einen Flugplatz in der Stadt Olexandrija im Gebiet Kirowohrad in der zentralen Ukraine. 

Selenskyj: 2.500 bis 3.000 getötete ukrainische Soldaten

Seit Beginn der russischen Invasion sind nach Angaben aus Kiew bislang 2.500 bis 3.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Das sagte Selenskyj laut Übersetzung dem US-Fernsehsender CNN in einem Interview, das am Freitag in ersten Auszügen verbreitet wurde. Er berichtete zudem von etwa 10.000 verletzten Soldaten auf ukrainischer Seite. Es sei schwer zu sagen, wie viele davon überleben würden. Selenskyj zufolge sollen auf der Seite Russlands bereits 20.000 Soldaten getötet worden sein. Moskau sprach zuletzt von etwa 1.350 getöteten Militärs in den eigenen Reihen.

Russland verschickt wegen Waffenlieferungen Protestnoten

Russland sandte wegen Waffenlieferungen an die Ukraine Protestnoten an mehrere westliche Länder. Darunter seien auch die USA, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Interfax zufolge. Nach Angaben der US-Tageszeitung „Washington Post“ warnt Moskau in dem Schreiben, dass solche Lieferungen „unvorhersehbare Folgen“ haben könnten.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor sieben Wochen hat die Ukraine Waffen aus vielen Ländern bekommen.

Selenskyj: Arbeit an Fragebogen zu EU-Beitritt fast abgeschlossen

Die Ukraine hat die Antworten für einen Fragebogen für einen EU-Beitritt nach Angaben von Präsident Selenskyj fast fertig. „Die Arbeit ist fast abgeschlossen, und wir werden die Antworten bald den Vertretern der Europäischen Union zur Verfügung stellen“, sagte er in seiner Videobotschaft. Der Fragebogen gilt als Grundlage für Beitrittsgespräche.

Jörg Tschürtz