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20220416065112

Selenskyj kritisiert Deutschland scharf wegen russischer Ölkäufe

17:04
14.04.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland wegen des weiteren Einkaufs von russischem Öl erneut scharf kritisiert. Deutschland sowie Ungarn hätten ein Embargo blockiert, sagte Selenskyj der BBC in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interviewausschnitt. „Wir verstehen nicht, wie man mit Blut Geld verdienen kann. Leider ist es das, was einige Länder tun.“ Nun müsse mit diesen Ländern gesprochen werden, um deren Haltung zu ändern, sagte Selenskyj sieben Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs.

„Einige unserer Freunde und Partner verstehen, dass jetzt eine andere Zeit ist, dass es nicht länger um Geschäfte und Geld geht. Dass es eine Frage des Überlebens ist“, betonte der Staatschef. Er lobte die USA, Großbritannien und einige andere europäische Staaten für Waffenlieferungen. „Aber wir brauchen sie trotzdem früher, früher und schneller. Das Schlüsselwort lautet ‚jetzt‘.“ 

Teddy Jaans

Ukraine informiert über vierten Gefangenenaustausch mit Russland

15:29
14.04.2022
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen weiteren Gefangenenaustausch mit Russland vollzogen. „Ausgetauscht wurden fünf Offiziere und 17 einfache Soldaten“, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Zudem seien acht Zivilisten, darunter eine Frau, an Kiew übergeben worden.

Wie viele Russen im Gegenzug übergeben wurden, teilte sie nicht mit. Es war, Wereschtschuk zufolge, der vierte Austausch seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine vor sieben Wochen. Moskau machte bisher keine Angaben dazu.

Dustin Mertes

Medwedew: Atomfreies Baltikum bei Nato-Beitritt Finnlands passé

11:25
14.04.2022
Russland hat für den Fall eines Beitritts von Finnland und Schweden zur Nato vor Folgen für die Sicherheit in Europa gewarnt und offen mit der Stationierung von Atomwaffen im Baltikum gedroht. „In diesem Fall kann schon nicht mehr von einem atomwaffenfreien Status des Baltikums die Rede sein“, schrieb der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag in Moskau in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram.

Der Politiker, Vize-Chef des Sicherheitsrates, drohte konkret mit der Stationierung von „Iskander“-Raketen, Hyperschallwaffen und Kriegsschiffen mit Atomwaffen – für die Finnen und Schweden etwa in Reichweite „des eigenen Hauses“. „Wir wollen hoffen, dass die Vernunft der nördlichen Partner doch noch siegt“, meinte Medwedew. Doch wenn nicht, dann werde Russland handeln. Er äußerte sich mit Blick auf Debatten in Finnland und Schweden, in nächster Zeit über eine Nato-Mitgliedschaft zu entscheiden.

„Womöglich wird die Welt dann schon bald, also bis zum Sommer dieses Jahres, noch unsicherer“, sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin. Die Nato hatte Bereitschaft signalisiert, die beiden Länder rasch aufzunehmen. „Das bedeutet, dass Russland mehr offiziell registrierte Gegner haben wird“, meinte Medwedew. Moskau werde darauf mit „kühlem Kopf“ reagieren.

Dustin Mertes