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Kuleba: Ukraine wird alle notwendigen Waffen bekommen - nur wann?

13:55
07.04.2022
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba rechnet nach Beratungen mit den Nato-Staaten damit, dass seinem Land alle notwendigen Waffen zur Verteidigung gegen Russland geliefert werden. „Ich habe keine Zweifel daran, dass die Ukraine alle für den Kampf notwendigen Waffen haben wird. Die Frage ist nur der Zeitplan“, sagte Kuleba am Donnerstag in Brüssel. Die Diskussion gehe nicht um die Liste mit Waffen, sondern darum, wann die Ukraine die Waffen bekomme. „Und das ist entscheidend.“ Welche weiteren Waffen Nato-Alliierte an Kiew liefern könnten, wollte Kuleba nicht sagen. „Waffen sind wie Geld. Sie lieben das Schweigen.“

Angesichts der erwarteten Offensive Russlands im Osten der Ukraine drang Kuleba auf Tempo. „Entweder Sie helfen uns jetzt, und ich spreche von Tagen, nicht von Wochen, oder Ihre Hilfe wird zu spät kommen.“ Dann würden viele Menschen sterben, viele Zivilisten ihre Häuser verlieren und viele weitere Städte und Dörfer zerstört - „eben weil diese Hilfe zu spät kam“. „Die Schlacht um Donbass wird Sie an den Zweiten Weltkrieg erinnern.“ Es werde große Operationen, Manöver, die Beteiligung von Tausenden von Panzern, Flugzeugen und Artillerie geben. Der russischen Vorbereitung zufolge werde dies keine lokale Operation sein. „Russland hat seinen Plan. Wir haben unseren, (...) und der Ausgang dieser Schlacht wird auf dem Schlachtfeld entschieden werden.“

Mit Blick auf die Beratungen mit den Nato-Staaten sagte Kuleba, die Verbündeten verstünden zunehmend, dass die Ukraine nicht nur für sich selbst, sondern auch für sie kämpfe. Die östlichen Nato-Länder hätten zudem ein wachsendes Verständnis dafür, dass die Unterstützung für die Ukraine verstärkt werden sollte. „Ich bin vorsichtig optimistisch, was die Ergebnisse unserer Gespräche angeht.“

Dustin Mertes

Streit unter EU-Staaten verzögert Annahme neuer Russland-Sanktionen

13:53
07.04.2022
Streit unter den EU-Staaten hat am Donnerstag die Annahme des fünften großen Pakets mit Russland-Sanktionen verzögert. Nach Angaben von Diplomaten wollte Polen nicht akzeptieren, dass die Übergangsfrist für den Importstopp für russische Kohle auf Wunsch von Ländern wie Deutschland um einen Monat von drei auf vier Monate verlängert wird. Ebenfalls umstritten war die Forderung von Ländern wie Griechenland und Malta, die Regelungen für die geplante Hafensperre nicht ganz so streng zu formulieren, wie dies von der EU-Kommission ursprünglich geplant wurde.

Am Donnerstagabend sollte bei einer weiteren Sitzung der ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten versucht werden, die Meinungsverschiedenheiten beizulegen. In diesem Fall sollten die neuen Sanktionen spätestens an diesem Freitag in Kraft treten.

Dustin Mertes