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20220414092639

Asselborn: „Gefühl der Machtlosigkeit“

15:57
06.04.2022
Außenminister Jean Asselborn fühlt sich angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine machtlos. „Ich hätte nie geglaubt - wie viele von uns - dass so etwas überhaupt möglich ist und dass man da eben mit der Nato nicht eingreifen kann militärisch, um das zu stoppen“, sagte Asselborn am Mittwoch am Rande von Beratungen mit seinen Kollegen der Nato-Staaten in Brüssel.

„Das müssen wir akzeptieren, denn alles andere wäre ja noch viel, viel schlimmer. Aber es ist schon ein Gefühl der Machtlosigkeit und das Gefühl auch, dass die ganze Welt eigentlich aus den Angeln gerissen wird, weil die Diplomatie nicht mehr greift“, sagte der zurzeit dienstälteste Außenminister in der Europäischen Union.

Die Menschen glaubten nicht mehr daran, dass es noch eine Institution gebe, die zumindest einen Waffenstillstand vermitteln könne, so Asselborn. „Und ich glaube auch nicht, dass die Nato die Macht hat, das zu tun.“

Mit Blick auf das künftige Verhältnis zu Russland sagte Asselborn, man müsse die Hoffnung behalten, dass es auch einmal ein Russland ohne den Präsidenten Wladimir Putin geben werde. Man könne nach Kriegsende nicht „das Buch zumachen“ und mit Putin weitermachen. Er glaube nicht, dass das möglich sei. „Aber was heißt nach dem Krieg? Wann ist das? In Monaten? In Jahren? Ich weiß es nicht.“

Jörg Tschürtz

Neue russische Offensive befürchtet: Ostukrainer zu Flucht aufgerufen

15:32
06.04.2022
Aus Angst vor einer neuen russischen Offensive in der Ostukraine hat die Regierung in Kiew Menschen in den Gebieten Luhansk, Donezk und Charkiw dringend zur Flucht aufgerufen. „Bringen Sie sich in Sicherheit, solange es diese Möglichkeit noch gibt“, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Mittwoch Medienberichten zufolge. „Das muss jetzt sein, denn später werden die Leute beschossen und ihnen droht der Tod. Sie können dann nichts mehr dagegen tun, und wir werden ihnen nicht helfen können.“

Der Leiter der Regionalverwaltung des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, sagte in einer Videobotschaft, Russland ziehe derzeit weiter Streitkräfte in der Region zusammen. Er rechne mit dem Versuch größerer Angriffe in den nächsten drei bis vier Tagen.

Dustin Mertes