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20.000 Menschen aus Mariupol geflohen

18:05
15.03.2022
Aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist Angaben aus Kiew zufolge 20.000 weiteren Zivilisten die Flucht gelungen. Insgesamt 4.000 Privatautos hätten die Metropole am Asowschen Meer am Dienstag verlassen können, schrieb der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Abend auf Telegram. Davon seien 570 Fahrzeuge bereits in der mehr als 200 Kilometer nordwestlich gelegenen Stadt Saporischschja angekommen, hieß es.

Mariupol mit etwa 400.000 Einwohnern ist seit Tagen von russischen Einheiten umzingelt und vom Rest des Landes abgeschnitten. Immer wieder scheiterten Versuche eines Hilfskonvois, aus der westlich gelegenen Stadt Berdjansk Lebensmittel und Medikamente nach Mariupol zu bringen.

In den Außenbezirken von Mariupol dauerten die Kämpfe unterdessen an. Das ultranationalistische Bataillon Asow habe dort eine Einheit russischer Truppen besiegt, teilte der ukrainische Generalstab am Abend auf Facebook mit. Russland greife weiter mit Raketen und Bomben auch Wohngebiete, Schulen und Kindergärten an, hieß es. Moskau bestreitet seit knapp drei Wochen vehement, im Krieg gegen das Nachbarland gezielt Zivilisten zu attackieren.

Der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, warf den Russen zudem vor, in Mariupol ein Krankenhaus zu belagern. „Russische Besatzer haben Ärzte und Patienten als Geiseln genommen“, schrieb er auf Telegram. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Tom Rüdell

Russisches Geld in dreistelliger Milliardenhöhe in der Schweiz

18:05
15.03.2022
Auf Schweizer Konten liegen nach einer Schätzung der Bankiervereinigung Vermögen russischer Kunden im Umfang von etwa 150 bis 200 Milliarden Franken (bis zu 194 Mrd. Euro). Das entspreche einem „tiefen einstelligen Prozent-Betrag“ der grenzüberschreitenden Vermögen, sagte der Präsident der Vereinigung, Marcel Rohner, am Dienstag. Wie hoch die russischen Vermögen sind, die wegen der Russland-Sanktionen eingefroren wurden, konnte Rohner nicht einschätzen. Im Juni werde das klarer sein: bis dahin müssten Finanzinstitute blockierte Gelder an das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) melden.

Tom Rüdell

Kameramann des US-Senders Fox in der Ukraine getötet

16:44
15.03.2022
Ein Kameramann und Fotograf des US-Senders Fox News ist in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ums Leben gekommen. Pierre Zakrzewski sei am Montag mit dem Korrespondenten Benjamin Hall in Horenka unterwegs gewesen, als ihr Fahrzeug unter Beschuss geraten sei, teilte der US-Sender am Dienstag mit. Zakrzewski habe seit Februar in der Ukraine gearbeitet, so der Sender. Der 55-Jährige sei ein Kriegsfotograf gewesen, der für Fox News über fast alle internationalen Geschichten von Irak über Syrien bis Afghanistan berichtet habe. Sein „Mut, seine Professionalität und seine Arbeitsmoral“ seien bei den Journalisten aller Medien bekannt gewesen.

Laut einem Tweet des International Press Institute kam bei dem Angriff auch die ukrainische Journalistin Oleksandra Kuvshynova ums Leben. 

Korrespondent Hall war bei dem Vorfall am Montag verletzt worden und wurde am Dienstag dem Sender zufolge weiter im Krankenhaus behandelt. Genauere Details zu seinem Gesundheitszustand waren nicht bekannt. Der getötete Zakrzewski sei eine „absolute Legende dieses Senders und sein Verlust ist verstörend“, sagte Fox-News-Moderator Bill Hemmer im Fernsehen. Zakrzewski habe seit Jahren für den Sender gearbeitet.

Erst am Wochenende war der US-Journalist Brent Renaud ukrainischen Angaben zufolge unweit von Kiew von russischen Soldaten beschossen und getötet worden.

Tom Rüdell