Die militärischen Fronten schienen am Mittwoch weitgehend statisch. Nach ukrainischen Angaben gab es wieder Angriffe auf mehrere Städte und dabei Tote und viele Verletzte. Allein in Mariupol wurden ukrainischen Angaben zufolge seit Beginn der Kämpfe 1.207 Zivilisten getötet.
Bei der Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Städten gibt es inzwischen zumindest leichte Fortschritte. „Innerhalb von 24 Stunden gelang es, 40.000 Frauen und Kinder aus allen Ecken der Ukraine herauszubringen“, sagte David Arachamija von Selenskyjs Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes). „Wir haben versucht, 100.000 zu schaffen, doch gelang es nicht.“ Es werde weiter versucht, Menschen zu retten, „am problematischsten sind die Abschnitte Mariupol, Charkiw und das Gebiet Kiew“.
Sicherheitsexperten einer westlichen Regierung warnten unterdessen vor der Gefahr eines Einsatzes nicht-konventioneller Waffen durch russische Truppen in der Ukraine. Die Vorwürfe Moskaus gegenüber Kiew hinsichtlich biologischer Waffen ähnelten einem Muster, das auch bereits in Syrien zu sehen gewesen sei, sagte ein Regierungsexperte am Mittwoch vor Journalisten. „Die Russen haben angefangen, von so etwas zu reden, kurz bevor sie selbst oder ihre Verbündeten solche Waffen eingesetzt haben“, so der Beamte. Die Vereinten Nationen wissen nach eigenen Angaben nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen.