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Rettung aus umkämpften Städten

20:46
09.03.2022
Die militärischen Fronten schienen am Mittwoch weitgehend statisch. Nach ukrainischen Angaben gab es wieder Angriffe auf mehrere Städte und dabei Tote und viele Verletzte. Allein in Mariupol wurden ukrainischen Angaben zufolge seit Beginn der Kämpfe 1.207 Zivilisten getötet.

Bei der Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Städten gibt es inzwischen zumindest leichte Fortschritte. „Innerhalb von 24 Stunden gelang es, 40.000 Frauen und Kinder aus allen Ecken der Ukraine herauszubringen“, sagte David Arachamija von Selenskyjs Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes). „Wir haben versucht, 100.000 zu schaffen, doch gelang es nicht.“ Es werde weiter versucht, Menschen zu retten, „am problematischsten sind die Abschnitte Mariupol, Charkiw und das Gebiet Kiew“.

Sicherheitsexperten einer westlichen Regierung warnten unterdessen vor der Gefahr eines Einsatzes nicht-konventioneller Waffen durch russische Truppen in der Ukraine. Die Vorwürfe Moskaus gegenüber Kiew hinsichtlich biologischer Waffen ähnelten einem Muster, das auch bereits in Syrien zu sehen gewesen sei, sagte ein Regierungsexperte am Mittwoch vor Journalisten. „Die Russen haben angefangen, von so etwas zu reden, kurz bevor sie selbst oder ihre Verbündeten solche Waffen eingesetzt haben“, so der Beamte. Die Vereinten Nationen wissen nach eigenen Angaben nichts über angeblich in der Ukraine produzierte Massenvernichtungswaffen.

Jeff Wiltzius

Moskau: Wehrpflichtige kämpften entgegen Putins Anordnung in Ukraine

20:05
09.03.2022
Russland hat den Einsatz von Wehrpflichtigen im Krieg gegen die Ukraine eingeräumt. Das Verteidigungsministerium in Moskau betonte am Mittwoch allerdings, dass dies nicht von der Führung genehmigt worden sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nach Angaben der Agentur Tass, auf Befehl von Präsident Wladimir Putin werde die Militärstaatsanwaltschaft diese Fälle untersuchen und die Verantwortlichen bestrafen. Putin hatte wiederholt bestritten, dass Wehrpflichtige in der Ukraine kämpfen.

„Fast alle diese Soldaten wurden bereits nach Russland abgezogen“, teilte das Verteidigungsministerium nun mit. Allerdings seien dabei einige Wehrpflichtige in ukrainische Gefangenschaft geraten. Die Entsendung weiterer Rekruten werde mit allen Mitteln verhindert.

Beim Vormarsch in der Ukraine meldete der Sprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, weitere Erfolge. „81 ukrainische Radarstationen der ukrainischen Luftabwehr wurden zerstört.“ Damit sei die ukrainische Luftabwehr nicht mehr in der Lage, der russischen Luftwaffe Widerstand zu leisten. Zudem hätten russische Kräfte bisher 137 Luftabwehrsysteme der Typen Buk M-1, S-300 und S-125 zerstört. „Das sind mehr als 90 Prozent der im Einsatz befindlichen Lang- und Mittelstrecken-Flugabwehrsysteme.“

Die Ukrainer haben nach eigenen Angaben bisher Dutzende russische Kampfjets und Helikopter abgeschossen. Konaschenkow sagte, die Nato liefere der Ukraine mithilfe von Awacs-Aufklärungsflugzeugen, die rund um die Uhr über Polen kreisten, Daten zur Lage. Ein Bündnissprecher bestätigte das am Abend indirekt. „Die Nato arbeitet seit Langem mit einer Reihe von Partnern beim Austausch von Luftlagedaten zusammen - darunter auch mit der Ukraine“, sagte er. Zugleich betonte er, die entsprechenden Absprachen hätten bereits vor dem Konflikt bestanden.

Im ostukrainischen Donbass hätten die prorussischen Truppen mithilfe der russischen Armee weitere Geländegewinne gemacht, sagte Konaschenkow. In der umkämpften Hafenstadt Mariupol seien sie erneut einen Kilometer vorgedrungen. Bisher seien 2786 militärische Objekte ausgeschaltet worden, sagte Konaschenkow. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Jeff Wiltzius