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Selenskyj betont vor Friedensgesprächen Kompromissbereitschaft

18:47
09.03.2022
Vor den Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine mögliche Friedenslösung am Donnerstag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Kompromissbereitschaft betont. „In jeder Verhandlung ist mein Ziel, den Krieg mit Russland zu beenden. Und ich bin auch bereit zu bestimmten Schritten“, sagte Selenskyj der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) vor dem Treffen seines Außenministers Dmytro Kuleba und des russischen Außenamtschefs Sergej Lawrow in der Türkei.

„Man kann Kompromisse eingehen, aber diese dürfen nicht der Verrat meines Landes sein“, betonte Selenskyj, ohne Details zu nennen. Allerdings müsse auch die Gegenseite zu Kompromissen bereit sein.

Über die Details wollte er öffentlich „noch nicht reden“, zumal er noch keinen direkten Kontakt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe. „Nur nach den direkten Gesprächen zwischen den zwei Präsidenten können wir diesen Krieg beenden.“

Russland fordert von der Ukraine, die Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium und die abtrünnigen „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anzuerkennen. Zudem soll sich Kiew verpflichten, nicht der Nato beizutreten und neutral zu bleiben.

Jeff Wiltzius

Washington: Polens Kampfjet-Vorschlag nicht mit Pentagon abgestimmt

17:42
09.03.2022
Der Vorschlag Polens zur Überlassung von MiG-29-Kampfjets an die Ukraine mit einem Zwischenstopp auf einem US-Stützpunkt in Deutschland ist nach Angaben Washingtons nicht mit dem US-Verteidigungsministerium abgestimmt gewesen. „Es ist uns nicht klar, wie das funktionieren würde“, sagte ein ranghoher Verteidigungsbeamter am Mittwoch über den Vorschlag. Man sei nun mit Polen im Gespräch. Das Pentagon hatte bereits zuvor ernsthafte Bedenken geäußert.

Das polnische Außenministerium hatte am Dienstagabend erklärt, die Regierung sei bereit, alle Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 unverzüglich und kostenlos auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz zu verlegen und die Maschinen den USA zur Verfügung zu stellen. „Wir haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, in eine Richtung oder die andere. Ich werde nicht für die polnische Regierung sprechen“, sagte der US-Beamte weiter.

Es sei eine andere Situation, wenn ein souveräner Staat in Abstimmung mit der Ukraine etwa Flugzeuge bereitstellen wolle - und zwar auf bilaterale Weise. Das sei dann eine souveräne Entscheidung eines Landes, sagte der Beamte. In diesem Fall ginge es auch nicht um eine Zustimmung der USA. Mit Blick auf die ukrainische Luftverteidigung sagte er: „Der größte Teil ihrer Flotte ist noch intakt und einsatzfähig.“ Das sei auch der Grund dafür, warum der Luftraum umkämpft sei. „Das ukrainische Luftverteidigungssystem bleibt funktionsfähig.“

Jeff Wiltzius