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Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 Witali Gerassimow.

Russischer General bei Angriffen auf Charkiw getötet

07:29
08.03.2022
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes ist ein ranghoher russischer General bei den Kämpfen um Charkiw getötet worden. Witali Gerassimow (nicht zu verwechseln mit Generalstabschef Waleri Gerassimow, dem Stellvertreter von Verteidigungsminister Sergei Shoigu) ist oder war der Stabschef der 41. Armee. Eine unabhängige Bestätigung zu seinem Tod liegt bisher nicht vor. Sollte der Bericht stimmen, wäre er der zweite gefallene russische General innerhalb weniger Tage. Gerassimows Stellvertreter bei der 41. Armee, Andrej Suchowetzki, war Ende Februar gefallen, sein Tod wurde von den russischen Medien bestätigt. 

Tom Rüdell

Die Lage am Dienstagmorgen

05:15
08.03.2022
Im russischen Angriffskrieg in der Ukraine spitzt sich die Lage der Bevölkerung in umkämpften Städten weiter zu. Am Dienstag soll es einen neuen Anlauf für Fluchtkorridore, unter anderem aus Kiew und der belagerten Hafenstadt Mariupol, geben. Die Angriffe und Kämpfe gingen 13 Tage nach dem russischen Einmarsch weiter.

Selenskyj: „Ich bleibe in Kiew“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz der Kämpfe um Kiew die Hauptstadt nicht verlassen. „Ich bleibe in Kiew“, sagte er in einer am Montagabend veröffentlichten Videobotschaft. Er verstecke sich nicht und habe vor niemandem Angst. Man werde weiter mit Russland sprechen, sagte Selenskyj. „Wir werden auf Verhandlungen bestehen, bis wir einen Weg finden, unseren Menschen zu sagen: So kommen wir zum Frieden.“ Jeder Tag des Kampfes schaffe „bessere Bedingungen“ für die Ukraine. „Eine starke Position. Um unsere Zukunft zu sichern. Nach diesem Krieg.“

Behörden: Mehr als zehn Tote bei Angriffen auf ukrainische Stadt Sumy

Bei Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy wurden den örtlichen Behörden zufolge mehr als zehn Menschen getötet, darunter auch Kinder. „In einigen Ortschaften wurden Wohngebäude bombardiert. Und fast im Zentrum von Sumy wurden mehrere Häuser durch einen Bombentreffer zerstört“, teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Dmytro Schywyzkyj, mit. [Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen.]

Lage in Mariupol ernst

In der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol spitzt sich die Lage nach Angaben des Stadtrats weiter zu. „Es gibt keine Straße ohne kaputte Fenster, zerstörte Wohnungen oder Häuser.“ Die Stadt sei ohne Strom, Wasser und Gas. Mariupol liegt nahe der sogenannten Kontaktlinie zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee im Verwaltungsbezirk Donezk. Die Stadt hat strategisch große Bedeutung.

Russland bietet neue Feuerpause am Dienstag an

Russland bietet nach Angaben seines UN-Botschafters am Dienstag eine erneute Feuerpause zur Öffnung humanitärer Korridore in der Ukraine an. Wassili Nebensja sagte vor dem UN-Sicherheitsrat, am Vormittag sollten humanitäre Korridore in Kiew, Tschernihiw, Sumy, Charkiw und Mariupol geöffnet werden. Wie schon beim Angebot am Vortag sprach das russische Verteidigungsministerium von einem anschließenden Transport nach Russland. Der ukrainische US-Botschafter Serhij Kyslyzja warf Russland vor, mit Routen nur über Russland und Belarus den neuen Anlauf zu untergraben.

Außenminister der Ukraine bestätigt geplantes Treffen mit Lawrow

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba bestätigte den Plan für ein baldiges Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. „Derzeit ist der 10. (März) geplant“, sagte er in einer Videobotschaft. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zuvor gesagt, beide Seiten würden am 10. März in Antalya erwartet. Kuleba sagte, wenn Lawrow zu einem ernsthaften Gespräch bereit sei, werde man von Diplomat und Diplomat reden. „Falls er anfängt, die absurde Propaganda zu wiederholen, die in letzter Zeit ausgeteilt wurde, wird er von mir die harte Wahrheit hören, die er verdient.“

Lwiw: Brauchen Unterstützung für Flüchtlinge

Die westukrainische Stadt Lwiw bittet internationale Organisationen um Unterstützung bei der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen. Die Stadt sei zu einem Zufluchtsort für etwa 200.000 Menschen geworden, die vor Bombeneinschlägen und Raketenangriffen geflohen seien, sagte Bürgermeister Andrij Sadowyj einer Mitteilung zufolge. Die Menschen bekämen warmes Essen und alles Nötige. „Dies ist eine extrem schwere Belastung für die Stadt, und heute stehen wir am Rande unserer Fähigkeiten“, warnte er.

Ukraine: Milliardenschäden an Verkehrs-Infrastruktur

Die ukrainische Regierung schätzt die bisherigen Schäden am Verkehrssystem des Landes durch den russischen Angriffskrieg auf bisher mehr als zehn Milliarden Dollar (etwa 9,2 Mrd. Euro). Betroffen seien etwa Brücken, Eisenbahn und Flughäfen, sagte der ukrainische Infrastrukturminister Alexander Kubrakow der Onlinezeitung „Ukrajinska Prawda“ zufolge. Er sei überzeugt, dass die meisten Schäden in spätestens zwei Jahren beseitigt sein könnten.

Das wird am Dienstag wichtig

Die EU-Kommission legt einen Plan vor, der den Ausbau von erneuerbaren Energien ankurbeln und dabei helfen soll, insbesondere von russischem Gas loszukommen. Rund 40 Prozent des in die EU importierten Gases kommt über Pipelines aus Russland. „Wir müssen uns aus der Abhängigkeit von Gas, Öl und Kohle aus Russland befreien“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Tom Rüdell