Die Versorgung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in den Nachbarstaaten funktioniert nach Einschätzung von Helfern und Experten insgesamt sehr gut. In Polen kämen weitere Flüchtlinge an den acht Grenzübergängen an, der Andrang sei aktuell aber etwas geringer als in den vergangenen Tagen, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Deutschland, Chris Melzer, am Donnerstag in einem Online-Pressegespräch des Mediendienstes Integration. Sporthallen und Jugendherbergen seien noch nicht voll, da viele Menschen bei Verwandten, Freunden, in angemieteten Wohnungen oder bei hilfsbereiten Polen privat unterkämen.
Die überwiegende Mehrheit der ukrainischen Flüchtlinge wolle in Nachbarländern wie Polen bleiben, sagte Melzer. Eine Befragung von Flüchtlingen an der ukrainisch-polnischen Grenze habe zudem ergeben: „Die Menschen wollen so schnell wie möglich nach Hause.“
An der polnischen Grenze werde niemand abgewiesen, betonte Melzer. Es gebe keine Anzeichen für Zurückweisungen durch polnische Grenzschützer. In einem überfüllten Raum nahe der Grenze seien Ausländer, die aus der Ukraine geflüchtet waren, von polnischen Grenzpolizisten vorübergehend festgehalten worden. Auf Nachfrage habe man erklärt, diese Menschen seien ohne Reisepässe, weshalb man ihre Angaben telefonisch mit den Botschaften ihrer Heimatstaaten abgleiche.