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20220414092639

Fluchtbewegung aus der Ukraine nimmt leicht ab

12:18
03.03.2022
Die Versorgung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in den Nachbarstaaten funktioniert nach Einschätzung von Helfern und Experten insgesamt sehr gut. In Polen kämen weitere Flüchtlinge an den acht Grenzübergängen an, der Andrang sei aktuell aber etwas geringer als in den vergangenen Tagen, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Deutschland, Chris Melzer, am Donnerstag in einem Online-Pressegespräch des Mediendienstes Integration. Sporthallen und Jugendherbergen seien noch nicht voll, da viele Menschen bei Verwandten, Freunden, in angemieteten Wohnungen oder bei hilfsbereiten Polen privat unterkämen.

Die überwiegende Mehrheit der ukrainischen Flüchtlinge wolle in Nachbarländern wie Polen bleiben, sagte Melzer. Eine Befragung von Flüchtlingen an der ukrainisch-polnischen Grenze habe zudem ergeben: „Die Menschen wollen so schnell wie möglich nach Hause.“

An der polnischen Grenze werde niemand abgewiesen, betonte Melzer. Es gebe keine Anzeichen für Zurückweisungen durch polnische Grenzschützer. In einem überfüllten Raum nahe der Grenze seien Ausländer, die aus der Ukraine geflüchtet waren, von polnischen Grenzpolizisten vorübergehend festgehalten worden. Auf Nachfrage habe man erklärt, diese Menschen seien ohne Reisepässe, weshalb man ihre Angaben telefonisch mit den Botschaften ihrer Heimatstaaten abgleiche.

Jeff Wiltzius

Lawrow: Russland bereit zum Dialog mit dem Westen

11:54
03.03.2022
Angesichts der wachsenden Spannungen mit dem Westen um die Ukraine hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Bereitschaft seines Landes zum Dialog betont. „Ich bin überzeugt, dass diese Hysterie vergeht“, sagte Lawrow am Donnerstag bei einem Gespräch mit Journalisten internationaler Medien. Er meinte wohl auch mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland im Krieg gegen die Ukraine, „unsere westlichen Partner stoßen sich die Hörner ab“. Es werde wie in einem „Film aus Hollywood“ so getan, als gebe es das „absolute Böse“ und das „absolute Gute“.

„Wir sind immer bereit zum Dialog“, betonte Lawrow. Bedingung sei allerdings, dass auf Grundlage der Gleichberechtigung und der Wertschätzung gegenseitiger Interessen gesprochen werde. Zugleich betonte Lawrow, dass die „militärische Spezial-Operation“ in der Ukraine bis zum Ende geführt werde. Auch mit Kiew sei Moskau zu Verhandlungen bereit. In einer möglichen Friedensvereinbarung mit der Ukraine müsse auch der Punkt der Entmilitarisierung des Landes enthalten sein.

„Wir können uns nicht erlauben, in der Ukraine eine Infrastruktur zu haben, die die Sicherheit der Russischen Föderation bedroht. Die Demilitarisierung wird bis zum Ende geführt – im Sinne der Vernichtung der uns bedrohenden Infrastruktur und Waffen“, sagte Russlands Chefdiplomat. Selbst angeboten hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen neutralen Status des Landes, nachdem er jahrelang auf einer Mitgliedschaft in der Nato bestanden hatte.

Jeff Wiltzius