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20220919143704

Donezk - Raketeneinschlag in AKW-Nähe

14:36
19.09.2022
In der Nähe eines Atomkraftwerks in der Südukraine ist Kiew zufolge eine russische Rakete eingeschlagen. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland in dem Zusammenhang am Montag die Gefährdung der ganzen Welt vor. In der von russischen Truppen kontrollierten Stadt Donezk im Osten des Landes wurden unterdessen 13 Menschen durch Artilleriebeschuss getötet. Zwei Granaten schlugen örtlichen Medien zufolge an einer Bushaltestelle und in einem Geschäft ein. Die örtlichen Machthaber machen ukrainische Truppen für den Beschuss verantwortlich. Kiew weist derartige Anschuldigungen regelmäßig zurück. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben nicht.

Die Industriestadt Donezk steht seit 2014 unter der Kontrolle von Separatisten, die von Moskau unterstützt werden - Ende Februar hatte Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Experten zufolge setzt Moskau derweil zunehmend auf improvisierte Einheiten mit „nur wenig effektiver Kampfkraft“. 

Teddy Jaans

Archivfoto: AFP Ein im Februar 2019 aufgenommenes Foto zeigt ein Plakat, auf dem der damalige ukrainische Präsidentschaftskandidat Wolodymyr Selenskyj und der Oligarch Ihor Kolomojskyj abgebildet sind.

Razzia bei angeblich Selenskyj nahe stehendem Oligarchen

05:45
19.09.2022
Die ukrainischen Behörden haben Medienberichten zufolge im Zuge von Korruptionsermittlungen das Ski-Resort von Milliardär Ihor Kolomojskyj in den Karpaten durchsucht. Es seien im Zusammenhang mit einer millionenschweren Korruptionsaffäre um den Öl- und Gaskonzern Ukrnafta unter anderem Dokumente beschlagnahmt worden, berichtete das Internetportal Zn.ua am Sonntag unter Berufung auf Informanten bei der Antikorruptionsbehörde NABU. Der Oligarch galt lange Zeit als Förderer von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Kolomojskyj erklärte, er habe von einer Durchsuchung in seinem Ski-Resort „nichts gehört“. Dem Medienbericht zufolge geht es um ungesetzliche Aneignung von Eigentum des Ölkonzerns Ukrnafta in Höhe von umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro. In der vergangenen Woche haben die Ermittler Verfahren gegen mehrere Top-Manager des Konzerns eröffnet. Kolomojskyj selbst, der Miteigentümer von Ukrnafta ist, gilt demnach bislang noch nicht als Verdächtiger.

Der 59-Jährige ist einer der umstrittensten Oligarchen in der Ukraine. Unter anderem besaß er bis 2016 die dann verstaatlichte größte Bank in der Ukraine und eine Fernsehgruppe, bei der Selenskyj unter Vertrag stand. Vor seiner politischen Karriere war Selenskyj im Show-Business tätig. Teilweise bezeichneten ukrainische Medien Kolomojskyj daher als Strippenzieher, der hinter Selenskyj stehe. Allerdings haben mehrere gegen die Oligarchie gerichtete Gesetze Selenskyjs zuletzt auch den Interessen Kolomojskyjs geschadet.

LW-Springer