Letztes Update:
20220907044640

Das wird am Dienstag wichtig

04:24
06.09.2022
Der russische Präsident Wladimir Putin ist auf Reisen im Fernen Osten seines Landes. Dort will er unter anderem einem großen Militärmanöver beiwohnen, an dem auch Soldaten aus China und Indien teilnehmen.

Teddy Jaans

Die Nacht im Überblick

04:20
06.09.2022
Unsichere Lage am Kernkraftwerk Saporischschja

Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Enerhoatom trat am Montagabend Befürchtungen entgegen, die Kontrolle über die Strahlung im AKW Saporischschja sei verloren gegangen. Es seien nur wegen eines Internetausfalls früher am Tag kurze Zeit keine Messdaten zur Strahlung an die zuständige Behörde übermittelt worden.

In dem seit Wochen durch Kämpfe gefährdeten Kernkraftwerk war wegen des Brandes einer Hochspannungsleitung am Montag der sechste und letzte Reaktor heruntergefahren worden. Die Verbindung zum Stromnetz der Ukraine ging zum zweiten Mal nach dem 25. August verloren. Die IAEA teilte unter Berufung auf ukrainische Angaben mit, dass die Ersatzstromverbindung zu einem Heizkraftwerk abgeschaltet worden sei, um den Brand zu löschen.


Wegen der großen Sorge der internationalen Gemeinschaft hatten IAEA-Experten vergangene Woche Saporischschja besucht. IAEA-Direktor Rafael Grossi will am Dienstag den Bericht zu der Mission veröffentlichen und ihn abends auch dem Weltsicherheitsrat in New York vorstellen.

Fortdauernde russische Angriffe im Donbass

Die russische Armee beschoss nach Angaben des Generalstabs in Kiew erneut Dutzende Orte im Donbass mit Artillerie und Flugzeugen. Der Abendbericht der ukrainischen Militärführung zählte zugleich acht Orte im Osten auf, an denen Sturmangriffe der Russen abgewehrt worden seien. Dazu gehörte auch die Umgebung der Stadt Bachmut im Gebiet Donezk, vor der der russische Vormarsch seit Wochen feststeckt.

Ukraine hofft auf Johnsons Nachfolgerin Truss

Die Ukraine hoffe, dass die enge Zusammenarbeit mit Großbritannien auch unter der künftigen Premierministerin Truss weitergehe, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache. „Wir kennen sie gut. Sie hat immer auf der Lichtseite der europäischen Politik gestanden.“

Vorher hatte er mit emotionalen Worten Abschied vom scheidenden Premier Johnson genommen. „Man sagt, dass es in der Politik keine Freunde gibt. Aber Boris - das ist der Fall, wo man sich auf Zuruf versteht.“ Er danke Johnson im Namen aller Ukrainer für dessen Solidarität. „Seit der ersten Minute des umfassenden russischen Krieges gegen die Ukraine und Europa ist Boris an unserer Seite gewesen.“

Unter Johnsons Führung hat Großbritannien die Ukraine militärisch, politisch und finanziell stark gegen Russland unterstützt. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar reiste der Premier dreimal nach Kiew.

Gazprom spricht von Konstruktionsfehler an deutscher Turbine

Der Kreml gab am Montag dem Westen die Schuld für ausbleibende Gaslieferungen und verlangte eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Der Gasriese Gazprom verwies auf technische Gründe, wegen derer der Gastransport durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 unmöglich sei: Eine Turbine von Siemens Energy könne wegen eines Konstruktionsfehlers zur Gefahr werden und dürfe nach russischem Recht nicht betrieben werden. Es gebe ein Brand- und Explosionsrisiko.

Teddy Jaans