Letztes Update:
20220901043058

Die Nacht im Überblick

04:28
01.09.2022
Atomenergiebehörde will ständige Vertreter in AKW

Nach Ankunft im Süden der Ukraine sagte IAEA-Chef Grossi, die Mission in dem Kernkraftwerk werde mehrere Tage dauern. „Wenn wir eine ständige Präsenz aufbauen können, wird es länger dauern“, wurde Grossi in ukrainischen Medienberichten zitiert. „Aber dies ist unser erster Aufenthalt, der mehrere Tage dauern wird.“ Auch der russische Stadtchef von Enerhodar, Alexander Wolga, bestätigte, dass die IAEA eine ständige Präsenz von sechs bis acht Spezialisten im AKW plane.

Die Atom-Spezialisten sollen überprüfen, in welchem Zustand die Anlage mit ihren sechs Reaktoren ist, unter welchen Bedingungen die ukrainische Bedienungsmannschaft arbeitet, ob alles Nuklearmaterial noch vorhanden ist. In dem AKW befinden sich russische Soldaten. Die Anlage und ihre Umgebung sind in den vergangenen Wochen immer wieder beschossen worden, wobei Russen und Ukrainer sich gegenseitig die Schuld zuschieben. International gab es große Sorge vor Schäden am Werk und einem Austritt von Radioaktivität.

Die Experten sind in der Ukraine mit einem Konvoi starker Geländewagen der Vereinten Nationen unterwegs. Auf dem Weg zum AKW müssen sie die Front in das russisch besetzte Gebiet durchqueren.

Schulbeginn in der Ukraine

Wegen des Kriegs wird der Schulunterricht in der Ukraine nach den Sommerferien unterschiedlich aussehen. In Regionen, die von Kämpfen weniger betroffen sind, soll in den Schulen unterrichtet werden. Wo es gefährlich ist, setzen die Schulen auf den seit Corona-Zeiten bewährten Online-Unterricht. 59 Prozent der Eltern wollten ihre Kinder aus Sicherheitsbedenken nicht zur Schule schicken, zitierte das Portal „Ukrajinska Prawda“ eine Umfrage. Die größten Sorgen seien fehlende Schutzräume und eine mangelnde Vorbereitung der Lehrkräfte auf Notfälle. Nur 26 Prozent hatten demnach keine Bedenken.

Die deutsche Bildungsministerin Stark-Watzinger sagte der dpa zur Lage der ukrainischen Schulen: „Das macht noch einmal deutlich, mit welcher Brutalität Russland vorgeht, wie Putin zerstört und verwüstet und dabei auch vor Kindern und Jugendlichen, ihrem Leben und ihrer Zukunft keinen Halt macht.“ Auch deshalb brauche die Ukraine weiterhin Solidarität und Unterstützung. In deutschen Schulen seien inzwischen mehr als 160 000 ukrainische Schüler angemeldet.

In den russisch besetzten Gebieten der Ukraine ist auch Schulbeginn. Dort sind die Schulen auf russische Lehrpläne umgestellt worden.

Liz Mikos

Selenkyj berät Lage erneut mit Militärführung

20:10
31.08.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat binnen weniger Tage zum zweiten Mal mit den Chefs von Armee, Geheimdienst und Polizei beraten. Die Militärs hätten Bericht erstattet zur Entwicklung an der Front, sagte Selenskyj am Mittwochabend in Kiew. Details wolle er nicht nennen. „Ich sage nur eins: Ich möchte im Namen unserer Aufklärung all unseren Leuten danken, die uns im Süden des Landes kräftig unterstützen, vor allem auf der Krim.“ Der Geheimdienst sei dankbar für die Hinweise und wolle sie maximal nutzen, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

In den ersten sechs Monaten des russischen Angriffskriegs sprach der Präsident nur selten von den Beratungen in der militärischen Führung. Zuletzt hatte er am Sonntag von einer solchen Sitzung berichtet, worauf am Montag die verstärkten ukrainischen Angriffe im russisch besetzten Gebiet Cherson im Süden begannen. 

Teddy Jaans