Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau vor, Energie zur Erpressung zu nutzen. „Russland braucht diese Pipelines nur, um in Europa Probleme zu schaffen, nicht um mit Gas zu helfen“, sagte er am Freitag. Je eher die europäischen Staaten sich unabhängig von russischer Energie machten, desto eher würden sie ruhig durch die Winter kommen. Ohne FDP-Vize Wolfgang Kubicki zu nennen, sprach Selenskyj von „absurden Äußerungen“ in Deutschland, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen.
Drei Tage Gasstopp zur Wartung einer Turbine
Wie Gazprom mitteilte, soll die einzige funktionierende Turbine der Kompressorstation Portowaja überprüft und überholt werden. Dies solle in Zusammenarbeit mit Spezialisten von Siemens Energy geschehen. Von Siemens Energy gab es keinen Kommentar zu der Ankündigung. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur teilte mit, man beobachte die Lage im Austausch mit der Gaswirtschaft und dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Ukraine bot ihr Pipeline-System als Ausweichmöglichkeit an.
Der Gasfluss über Nord Stream 1 liegt derzeit bei 20 Prozent der Kapazität. Diese Gasmenge, etwa 33 Millionen Kubikmeter am Tag, solle auch nach dem Stopp wieder fließen, versprach Gazprom.
USA stocken Militärhilfe auf
Die US-Regierung kündigte weitere Militärhilfen für die Ukraine von rund 775 Millionen US-Dollar (rund 772 Millionen Euro) an. Das geplante Hilfspaket soll unter anderem 15 Überwachungsdrohnen vom Typ ScanEagle, 40 minengeschützte Fahrzeuge und 16 Panzerhaubitzen umfassen. Auch Munition für die Mehrfachraketenwerfer Himars gehört dazu. Damit erhöht sich die US-Militärhilfe seit Beginn der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden auf insgesamt 10,6 Milliarden US-Dollar.
Liz Mikos