Letztes Update:
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Gazprom: Dreitägige Abschaltung von Nord Stream 1 Ende August

13:32
19.08.2022
Der russische Energieriese Gazprom hat eine dreitägige Abschaltung der kompletten Gas-Pipeline Nord Stream 1 ab Ende August angekündigt. Aufgrund „einer Reihe routinemäßiger Wartungsarbeiten“ werde vom 31. August bis einschließlich 2. September kein Gas in Richtung Deutschland fließen, teilte Gazprom am Freitag mit. Bereits seit Juni sind die Gas-Lieferungen aus Russland stark reduziert.

Dustin Mertes

Schwere Angriffe auf Charkiw in Ukraine: Zahl der Toten steigt auf 21

13:32
19.08.2022
Rund einen Tag nach schweren russischen Raketenangriffen auf die ostukrainische Metropole Charkiw ist die Zahl der Toten Angaben aus Kiew zufolge auf 21 gestiegen. Zugleich seien neun weitere Menschen aus den Trümmern eines Wohnheimes gerettet worden, teilte der ukrainische Zivilschutzdienst am Freitag bei Telegram mit. In der Nacht zum Donnerstag war Charkiw von massiven Angriffen erschüttert worden, zwei Wohnheime und das Kulturhaus der Eisenbahn wurden dabei zerstört.

Neben den vielen Toten sollen auch mehrere Dutzend Menschen verletzt worden sein. Russlands Verteidigungsministerium bestätigte am Freitag lediglich Angriffe auf Ortschaften außerhalb Charkiws, die nur militärischen Zielen gegolten hätten.

Kiew berichtete unterdessen auch von fünf toten und zehn verletzten Zivilisten im weiter unter ukrainischer Kontrolle stehenden Teil des Nachbargebiets Donezk. Im von Russland kontrollierten Teil wiederum sollen örtlichen Medien zufolge fünf Zivilisten getötet und weitere 23 verletzt worden sein. Die Angaben beider Seiten lassen sich oft nicht unabhängig überprüfen.

Dustin Mertes

Die Nacht im Überblick

04:27
19.08.2022
Russische Militäranlagen auf der Krim nicht mehr sicher

Die ukrainische Armee habe ein Recht darauf, russische Militärobjekte auf der Krim zu vernichten, sagte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak im Fernsehen. Die Kiewer Führung hat nicht offiziell die Verantwortung für die wachsende Zahl von Explosionen und Zwischenfällen auf der Krim übernommen. Gleichzeitig ist deutlich, dass die Ukraine die russische Armee auf der bislang unantastbaren Halbinsel, die als militärisches Aufmarschgebiet dient, unter Druck setzt.

Nach den Explosionen der vergangenen Tage war am Donnerstagnachmittag im Westen der Krim bei dem Ort Meschwodnoje eine weitere schwarze Rauchsäule beobachtet worden. Der örtliche Zivilschutz sprach aber von brennendem Gras. Am Fliegerhorst Belbek gab es nach Angaben von Gouverneur Raswoschajew durch die abgeschossene Drohne weder Schäden noch Verletzte. Unabhängig überprüfbar waren die Berichte zunächst nicht. Nach den Vorkommnissen herrschte über der gesamten Ukraine in der Nacht zu Freitag Luftalarm.

Droht ein Anschlag am Atomkraftwerk Saporischschja?

Das russische Verteidigungsministerium und der ukrainische Militärgeheimdienst veröffentlichten am Donnerstag bedrohliche Warnungen, dass die jeweils andere Seite für Freitag Sabotageakte im AKW Saporischschja plane. Die russischen Besatzer hätten unerwartet einen arbeitsfreien Tag im größten Atomkraftwerk Europas verkündet, hieß es in der Kiewer Mitteilung. Nur die Bedienungsmannschaft solle im AKW verbleiben, allen anderen sei der Zutritt untersagt worden.

Im Internet kursierte ein nicht verifiziertes Video, das angeblich russische Militärlastwagen in einer Halle neben einem Reaktor zeigt. In den letzten Tagen ist das Werk immer wieder beschossen worden, wofür Russen und Ukrainer sich gegenseitig verantwortlich machen.

Estland schickt mehr Waffen in die Ukraine

Estland will der Ukraine weitere Waffen liefern, darunter Mörser und Panzerabwehrwaffen. Das beschloss die Regierung in Tallinn. Auch will das baltische EU- und Nato-Land die Initiative Großbritanniens zur Ausbildung ukrainischer Soldaten unterstützen. Estland wolle zudem mit Deutschland ein weiteres Feldlazarett in die Ukraine schicken. Das kleine Land hat nach eigenen Angaben seit dem russischen Angriff Militärhilfe im Wert von 250 Millionen Euro an die Ukraine geleistet.

Von großen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien wurden im Juli keine nennenswerten Militär- oder Finanzhilfen mehr angekündigt. Das teilte das Institut für Weltwirtschaft in Kiel mit, das laufend alle Zusagen auswertet. „Im Juli haben die Geberländer vor allem Zugesagtes geliefert und wenig Initiativen für neue Hilfen angestoßen“, sagt der Experte Christoph Trebesch. Nach einem Bericht der „Welt“ (Freitag) bittet die Ukraine in Deutschland seit zehn Wochen vergeblich um neue Waffen.

Liz Mikos