UN-Generalsekretär António Guterres hat erneut den Rückzug aller Truppen rund um das gefährdete ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja gefordert. „Das Gebiet muss entmilitarisiert werden“, sagte Guterres am Donnerstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Lwiw.
Die Anlage dürfe nicht im Rahmen militärischer Operationen genutzt werden, sagte Guterres. „Stattdessen ist dringend eine Einigung erforderlich, um Saporischschja als rein zivile Infrastruktur wiederherzustellen und die Sicherheit des Gebiets zu gewährleisten.“ Jede mögliche Beschädigung des AKW sei „Selbstmord“.
Russland ist vor knapp sechs Monaten in die Ukraine einmarschiert. Russische Einheiten eroberten das südukrainische Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja bereits Anfang März. Die Führungen in Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig vor, das Kraftwerksgelände zu beschießen. Mit seinen sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5.700 Megawatt ist es das größte AKW in Europa. Russland lehnt eine Entmilitarisierung des Geländes ab.