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Foto: Regierung der Ukraine Wolodymyr Zelensky (M.), mit dem ukrainischen Premier Denys Shmyhal (r.) und Parlamentspräsident Ruslan Stefanchuk.

Selenskyj unterschreibt EU-Beitrittsgesuch

17:41
28.02.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht angesichts des russischen Angriffskriegs auf einen EU-Beitritt seines Landes. „Wir wenden uns an die EU zur unverzüglichen Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur“, sagte Selenskyj am Montag. „Ich bin überzeugt, dass das gerecht ist. Ich bin überzeugt, dass wir das verdient haben. Später am Tag unterzeichnete Selenskyj ein entsprechendes Gesuch zur EU-Aufnahme und ließ Fotos davon veröffentlichen.

In den vergangenen Tagen seien 16 Kinder durch Beschuss getötet und 45 weitere verletzt worden. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. An die russischen Soldaten gerichtet sagte Selenskyj: „Rettet einfach Euer Leben! Geht!“

Kiew hatte bereits in den vergangenen Tagen die Aufnahme in die Europäische Union gefordert. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sich am Sonntag für einen Beitritt der Ukraine aus. „Im Laufe der Zeit gehören sie tatsächlich zu uns. Sie sind einer von uns, und wir wollen sie drin haben“, sagte von der Leyen.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission dämpfte allerdings die Erwartungen auf einen raschen Beitritt. Es gebe einen Prozess für die Beitrittsverhandlungen, um EU-Mitglied zu werden, sagte der Sprecher. Die endgültige Entscheidung liege bei den EU-Ländern und nicht der Kommission. Eine formelle Beitrittsanfrage sei bislang nicht bei den EU-Staaten eingegangen, auch wenn es bereits Zusammenarbeit in vielen Bereichen gebe. Bevor Länder EU-Mitglieder werden können, müssen sie etwa die geltenden EU-Gesetze in nationales Recht umsetzen und eine Reihe von Kriterien erfüllen.

Tom Rüdell

Ukrainischer Seemann versucht, Oligarchen-Jacht zu versenken

17:32
28.02.2022
Auf Mallorca hat ein ukrainischer Seemann als Reaktion auf die Invasion in sein Heimatland nach Berichten versucht, die Jacht seines russischen Arbeitgebers zu versenken. Die Polizei der spanischen Urlaubsinsel nahm den Mann am Sonntag fest, wie die Regionalzeitungen „Diario de Mallorca“ und „Última Hora“ sowie andere spanische Medien am Montag unter Berufung auf die mallorquinischen Behörden meldeten. Die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) in Palma bestätigte auf Anfrage diese Berichte.

Die Tat ereignete sich den Berichten zufolge am Samstag im Nobelhafen Porto Adriano bei Santa Ponsa im Südwesten der Mittelmeerinsel. Der Ukrainer, der als Maschinenwart auf der Luxusjacht „Lady Anastasia“ gearbeitet habe, habe unter anderem mehrere Ventile geöffnet. Ziel sei es gewesen, den Maschinenraum zu fluten. Dabei sei die etwa 7 Millionen Euro teure und 48 Meter lange Jacht schwer beschädigt worden, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben.

Vor dem Richter habe der aus Kiew stammende Mann die Tat demnach zugegeben und erklärt, er habe aus Rache für den russischen Angriff gehandelt. Sein Chef sei ein ranghoher Angehöriger eines russischen Konzerns, der Kriegswaffen produziere, soll er gesagt haben. Sein Haus in der Ukraine sei beim russischen Angriff zerstört worden, so wurde er zitiert. Nach der Anhörung sei der Mann unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden.

Die „Diario de Mallorca“ schrieb am Montag, sie habe mit dem Mann gesprochen. Er habe gesagt, dass er vorhabe, bald in die Ukraine zurückzukehren und für sein Land zu kämpfen. Er habe ein Flugticket nach Polen gekauft, hieß es. Aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen wird er Spanien aber wohl nicht verlassen dürfen.

Tom Rüdell