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Gericht in der Ukraine senkt Strafmaß für russischen Kriegsverbrecher

14:22
29.07.2022
In der Ukraine hat ein Berufungsgericht das Strafmaß für einen russischen Kriegsverbrecher gesenkt. Die lebenslange Freiheitsstrafe wurde auf 15 Jahre reduziert, teilte das Gericht am Freitag mit. Das komplette Urteil werde Anfang August veröffentlicht. Der 21-Jährige war im Mai nach einem Geständnis als erster russischer Kriegsverbrecher in der Ukraine verurteilt worden. Ende Februar hatte der Soldat demnach einen 62-jährigen Zivilisten erschossen. Russland war kurz zuvor in die Ukraine einmarschiert. Der russische Angriffskrieg geht inzwischen in den sechsten Monat.

Liz Mikos

Lawrow will Blinken zu Gefangenenaustausch und Getreide anhören

10:01
29.07.2022
usslands Außenminister Sergej Lawrow ist nach eigenen Angaben bereit, seinen US-Kollegen Antony Blinken zu einem Gefangenenaustausch und zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte anzuhören. „In den nächsten Tagen schlagen wir unseren amerikanischen Kollegen einen geeigneten Termin (für ein Telefonat) vor“, sagte Lawrow am Freitag in Taschkent der Agentur Interfax zufolge. Es wäre das erste Gespräch der beiden Diplomaten seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Blinken hatte angekündigt, sich bei dem Telefonat für die Freilassung der in Russland inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres wegen angeblicher Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilten Landsmanns Paul Whelan einsetzen zu wollen. Laut Lawrow ist das Außenministerium grundsätzlich nicht für Fragen des Gefangenenaustausches zuständig. „Aber ich höre trotzdem, was er zu sagen hat".

Teddy Jaans

Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig Beschuss von Gefangenen vor

09:27
29.07.2022
Nach dem Beschuss eines Kriegsgefangenenlagers mit mehr als 40 Toten im Donezker Separatistengebiet in der Ukraine geben sich Moskau und Kiew gegenseitig die Schuld. „Es ist offensichtlich ein bewusster Beschuss und der Wunsch, diejenigen Vertreter, darunter des Asow-Regiments, zu vernichten, die angefangen haben, Geständnisse abzulegen“, behauptete der prorussische Separatistenführer Denis Puschilin. Der ukrainische Generalstab seinerseits sprach von einer gezielten „Provokation, für die Russland verantwortlich ist.“ Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Jüngsten Angaben aus Donezk zufolge stieg die Opferzahl im Gefängnis bei Oleniwka inzwischen auf 53 Tote. Mehr als 75 Insassen des Gefangenenlagers seien verletzt worden. In Moskau hat das Ermittlungskomitee inzwischen ein Strafverfahren „im Zusammenhang mit dem Schlag der ukrainischen Nationalisten“ wegen verbotener Kriegsführung eingeleitet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Baracke, in der die Soldaten – darunter viele Kämpfer des ukrainischen nationalistischen Asow-Regiments – gefangen gehalten wurden, sei von Raketenwerfern des Typs Himars beschossen wurden. Die USA hatten den Mehrfachraketenwerfer vor einigen Wochen an Kiew geliefert.

Die ukrainische Führung weist den Vorwurf zurück. So sprach der Präsidentenberater Michajlo Podoljak von einer „klassischen, zynischen und sehr durchdachten Operation unter falscher Flagge“. Der Generalstab wiederum betonte, dass es sich bei den Himars um Präzisionswaffen handle und die ukrainischen Soldaten keine zivilen Objekte bombardiere und „schon gar nicht Plätze, an denen wahrscheinlich gefangene Waffenbrüder festgehalten“ werden.

Teddy Jaans