Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Agieren der Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) in der Corona-Politik kritisiert. «In einer Pandemie muss der Regierungschef stark führen, anders geht es nicht», sagte Kretschmann am Samstag dem Deutschlandfunk. «In einer Krise ist die Richtlinienkompetenz des Regierungschefs einfach gefragt.» Wenn die Koalitionspartner dem nicht relativ frei folgen, sei das ein Problem. Er erinnerte an Scholz' Aussage, wer bei ihm Führung bestelle, kriege sie auch. Vor allem die FDP im Bund spricht sich für Öffnungsschritte und Lockerungen der Corona-Regeln aus.
In einer Pandemie dürften nicht beliebige Kompromisse gemacht werden, sagte Kretschmann - auch wenn das bei drei Partnern kompliziert sei. Diese müssten aber wirken. «Das Virus kümmert sich ja nicht um eine Koalition, es steckt einfach nur an», sagte der Grünen-Politiker. «Da haben wir jetzt in der Tat ein Problem bekommen.» Die Lösung, die Impfpflicht über Gruppenanträge im Bundestag einführen zu wollen, sei beispielsweise ein langwieriges Verfahren «mit der Gefahr, dass es zum Schluss zerredet wird und keine klare Linie dabei rauskommt».