Letztes Update:
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13:41
04.02.2022
Stück für Stück zurück zur Normalität

«Der Ausstieg beginnt» frohlockt die Schweizer Boulevardzeitung «Blick», und das bei täglichen Neuinfektionszahlen, die berechnet auf 100 000 Einwohner fast doppelt so hoch sind wie in Deutschland. Seit dieser Woche gibt es keine Pflicht zum Homeoffice mehr und keine Quarantänepflicht für Menschen, die mit Infizierten Kontakt hatten. Die Wirte freuen sich, weil Mitte Februar die 2G-Regel in Restaurants - Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - fallen soll, ebenso wie etwa in Kinos und Museen. Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und Geschäften könnte Mitte Februar aufgehoben werden. Endgültig entscheidet die Regierung über die weiteren Lockerungen am 16. Februar. Erleichterungen gibt es auch für Reisende: Wer nicht geimpft oder genesen ist, soll bald wieder ohne obligatorischen Test einreisen dürfen.

In Griechenland darf seit vergangener Woche in Tavernen, Cafés und Bars endlich wieder Musik gespielt werden. Kaum eine Maßnahme brachte die Menschen so auf wie diese. Hintergrund der Maßnahme war die Befürchtung, bei Musik könnten die Menschen zu tanzen beginnen und alles könne in Partys ausufern. Eine weitere wichtige Lockerung steht für kommenden Montag an: Dann dürfen Geimpfte wieder ohne zusätzlichen Corona-Test einreisen. Mit der Maßnahme zog Athen im Dezember scharfe Kritik auf sich - etwa aus Brüssel. Künftig benötigen aber nur noch Ungeimpfte einen negativen Test bei der Einreise.

Nicht alle sind happy

In den Niederlanden wachsen die Wut und das Unverständnis. Im Januar endete zwar der harte Lockdown, alles ist im Prinzip wieder (bis 22.00 Uhr) geöffnet. Doch die Niederländer fordern: ein Ende aller Maßnahmen. Dass man noch immer einen Corona-Pass (3G) zeigen und eine Maske tragen muss, empört immer mehr Bürger. Und Niederländer halten sich sowieso nicht streng an die Regeln. Kontrollen oder sogar Bußbescheide gibt es kaum. Zwar werden täglich Höchstwerte bei den Neuinfektionen gemeldet, doch die Patientenzahlen in Krankenhäusern nehmen nur leicht zu. Wegen der Quarantäne-Regeln gibt es jedoch riesige Personalausfälle. Es fahren weniger Züge, in Krankenhäusern und Altenheimen wird die Versorgung eng, und Kneipen und Restaurants können gar nicht voll öffnen, weil Kellner fehlen.

Bei den Österreichern sorgt die Corona-Politik für Verwirrung. Einerseits kommt die allgemeine Impfpflicht, andererseits können auch getestete Ungeimpfte ab 19. Februar wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Obendrein sind die Tests kostenlos. Auch die Tourismusbranche ist mit Regeln konfrontiert, die nicht schlüssig erscheinen: Der Grüne Pass gilt bei der Einreise für Zweifach-Geimpfte 270 Tage, beim Einchecken im Hotel nur 180 Tage. Mit Blick auf geplante Lockerungen herrscht jedoch Erleichterung. So verschiebt sich am 5. Februar die Sperrstunde von 22.00 auf 24.00 Uhr. Lokal-, Theater- und Kinobesuche sind dann wieder einfacher möglich.

(dpa)

Zahl der Corona-Impfungen geht weiter zurück

13:40
04.02.2022
Die Zahl der verabreichten Corona-Impfungen in Deutschland geht weiter zurück. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag wurden am Vortag 317 000 Impfdosen gespritzt. Am Donnerstag vor einer Woche waren es noch rund 502 000 Dosen, vor zwei Wochen etwa 695 000. Fast drei Viertel der am Donnerstag verabreichten Dosen waren den Angaben zufolge Auffrischungsimpfungen.

Insgesamt verfügt nach RKI-Angaben nun 74,3 Prozent der Bevölkerung (61,8 Millionen) über einen Grundschutz, für den meist zwei Spritzen benötigt werden. Bisher haben den Angaben zufolge 44,9 Millionen Menschen in Deutschland (53,9 Prozent) zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. Mindestens eine Impfdosis haben 75,9 Prozent der Bevölkerung (63,1 Millionen) bekommen.

Das Ziel der Bundesregierung unter Olaf Scholz, bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, war Anfang der Woche weit verfehlt worden. Ursprünglich wollte die Regierung diese Marke bereits bis zum 7. Januar erreichen.

Das RKI weist seit längerem darauf hin, dass die ausgewiesenen Zahlen als Mindestimpfquoten zu verstehen sind. Eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem könne nicht erreicht werden. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.

(dpa)

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