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Krankenstand beim Personal verschärft Lage in Kliniken im Südwesten

04:50
15.02.2022
Weil immer mehr Mitarbeiter wegen Corona-Infektionen ausfallen, können viele Krankenhäuser im Südwesten weniger Betten für Patienten nutzen. «Schon in „normalen“ Zeiten können allein aufgrund des generellen Fachkräftemangels etwa 10 bis 15 Prozent der Bettenkapazitäten in den Krankenhäusern im Land faktisch nicht belegt werden», sagte der Hauptgeschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Matthias Einwag, in Stuttgart. «Diese Situation wird nun im gesamten Land durch den hohen Krankenstand durch Omikron verschärft.»

Die Geschäftsführer der Kliniken im Land hätten in den vergangenen Tagen zunehmend über Krankheitsausfälle bei Mitarbeitern berichtet, sagte Einwag. Betroffen seien Intensiv- wie Normalstationen in allen Regionen des Landes. Konkrete Zahlen lägen der BWKG nicht vor.

Die Häuser der Oberschwabenklinik im Landkreis Ravensburg hatten am Montag gemeldet, dass 80 Mitarbeiter wegen Corona-Infektionen derzeit nicht arbeiten könnten. In Ravensburg würden deshalb 25 Betten nicht betrieben, in Wangen hätten vorerst bis Ende Februar 20 Betten wegen des Personalmangels geschlossen werden müssen.

Von den jüngst gelockerten Quarantäneregeln für Kontaktpersonen erwarteten die Kliniken «keine spürbare Verbesserung» der Lage, sagte BWKG-Hauptgeschäftsführer Einwag. Auch deshalb gelte es bei den anstehenden Lockerungen, das richtige Maß zu finden: «Wir sprechen uns für ein stufenweises Vorgehen aus, das – bei weiter günstigem Pandemieverlauf - im März beginnen könnte. Ein deutliches Ansteigen der Fallzahlen muss unbedingt verhindert werden.»

(dpa/lsw)

Vor Bund-Länder-Treff: Kretschmann äußert sich zu Corona-Lockerungen

04:39
15.02.2022
Unmittelbar vor dem Bund-Länder-Treffen zur weiteren Corona-Strategie will sich Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann am Dienstag (12.00) zum Öffnungskurs des Landes äußern. Noch vor der Kabinettssitzung am Dienstag war für Montagabend eine weitere Abstimmungsrunde innerhalb der Koalition zum weiteren Vorgehen in der Corona-Politik geplant.

Es zeichnet sich ab, dass Baden-Württemberg schon ab nächster Woche seine Schutzmaßnahmen schrittweise lockern könnte. Zuvor war bekannt geworden, dass Bund und Länder in mehreren Etappen bis 20. März alle Auflagen bis auf die Maskenpflicht aufheben wollen. Der Vorschlag ist zwischen Kanzleramt, dem CDU-geführten Land Nordrhein-Westfalen und dem SPD-geführten Land Berlin abgestimmt. Die beiden Länder haben den Vorsitz und den Co-Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz, die am Mittwoch tagt.

Hintergrund für den Öffnungskurs ist, dass Experten eine vorsichtige, schrittweise Öffnung für möglich halten. Sie argumentieren, der Anstieg der Corona-Zahlen solle in den nächsten Wochen zu einem Ende kommen und die Kliniken seien durch die etwas mildere Omikron-Variante nicht mehr so stark belastet.

Kretschmann hatte zuletzt Lockerungen in Aussicht gestellt, aber vor einem zu schnellen Ausstieg aus allen Schutzmaßnahmen gewarnt. Mehrfach sagte er, dass man über einen «Exit» erst nach Ostern reden könne. Dann seien Schulferien, der Frühling beginne und die Menschen seien wieder mehr im Freien. Ostersonntag ist am 17. April und damit vier Wochen nach dem nun anvisierten Datum 20. März.

(dpa/lsw)

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