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Grünen-Experte dämpft Hoffnungen auf baldige Corona-Lockerungen

05:00
01.02.2022
Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen in den kommenden vier Wochen eher für unwahrscheinlich. In einem Interview der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) begründete er dies mit Unsicherheiten rund um den Omikron-Subtyp BA.2, eine womöglich noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron.

«Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen verzögern könnte», sagte Dahmen den Funke-Zeitungen. Die BA.2-Verbreitung werde den Höhepunkt der aktuellen Welle voraussichtlich weiter nach hinten verschieben. «Alles, was wir bislang über BA.2 wissen, legt nahe, dass die Infektionszahlen möglicherweise noch nicht im Februar zurück gehen werden. Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen verzögern könnte.»

Dabei spielten viele Faktoren eine Rolle. «Unklar ist zum Beispiel noch, wie gut Personen, die eine Infektion mit dem Omikron-Subtyp BA.1 überstanden haben, auch gegen BA.2 immunisiert sind.» Das Virus werde Ende Februar nicht verschwunden sein. «Angesichts von BA.2 sind umfassende Lockerungen in den nächsten vier Wochen eher unrealistisch», sagte Dahmen.

Die Bundesregierung hat in der Diskussion über mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen bereits auf die Bremse gedrückt. Sie verwies darauf, dass die Omikron-Welle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag,
Tino Sorge, forderte die Bundesregierung auf, eine Strategie für stufenweise Lockerungen vorzulegen. Seit Wochen kündige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an, der Omikron-Höchststand
werde im Februar erreicht. «Über die Zeit danach hüllt er sich hingegen in großes Schweigen», sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). «Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, eine Öffnungsstrategie für das Land vorzubereiten.»

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, mahnte dabei unter anderem Einheitlichkeit an. Ein Flickenteppich müsse vermieden werden, sagte er dem RND.

(dpa)

EU-Impfnachweise ohne Booster nur noch neun Monate gültig

05:00
01.02.2022
Reisen ohne Booster-Impfung in der EU ist für viele Menschen nun deutlich schwieriger. Denn die EU-Impfnachweise sind seit Dienstag ohne Auffrischungsimpfung nur noch rund neun Monate (270 Tage) gültig. Nach Ablauf dieser Frist werden Menschen ohne diesen zusätzlichen Schutz bei Grenzübertritten wie Ungeimpfte behandelt.

Das bedeutet in der Regel, dass sie bei grenzüberschreitenden Reisen in der EU einen aktuellen negativen Test brauchen oder sogar in Quarantäne müssen. «Dies spiegelt den nachlassenden Schutz des Impfstoffs wieder und unterstreicht, wie wichtig eine Auffrischung ist», sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

Der Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung etwa in Praxen und Impfzentren erstellt wird. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU anerkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise nicht nur über Impfungen, sondern auch über frische Tests und kürzlich überstandene Infektionen mit dem Coronavirus.

«Mit den neuen Vorschriften für Reisen innerhalb der EU werden die unterschiedlichen Vorschriften in den Mitgliedstaaten harmonisiert», heißt es von Seiten der EU-Kommission. Wie lange die Grundimmunisierung in den jeweiligen Ländern - etwa für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen - anerkannt wird, kann sich jedoch weiterhin unterscheiden.

In Deutschland gibt es zurzeit keine Regelung, die die Anerkennungsdauer von Impfnachweisen begrenzt. Menschen mit Booster-Impfung können aber unter Umständen von Testpflichten befreit sein.

Die EU-Staaten werden lediglich aufgefordert, ihre nationalen Regelungen anzupassen. Wenn sie das nicht machen, drohen aber auch keine unmittelbaren Strafen. Die EU-Absprachen haben aber politisch Bedeutung, so fachten sie jüngst eine Debatte um die Gültigkeitsdauer des Genesenenstatus in Deutschland an. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt eine umstrittene Verkürzung von sechs auf drei Monate. In einer Absprache auf EU-Ebene einigten sich die EU-Länder jedoch darauf, dass dieser Status für Reisen 180 Tage anerkannt werden soll.

(dpa)

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