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Regierung: Omikron in wenigen Tagen in Deutschland dominierend

14:10
05.01.2022
Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte nach Einschätzung der Bundesregierung in wenigen Tagen zur dominierenden Variante in Deutschland werden. «Zurzeit gehen wir von einem Omikron-Anteil von 25 Prozent deutschlandweit aus», sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. In einigen Bundesländern insbesondere im Norden Deutschlands sei Omikron bereits dominierend. «Insofern müssen wir eigentlich davon ausgehen, dass in kurzer Zeit, in wenigen Tagen Omikron eigentlich auch bundesweit die dominierende Variante sein wird.»

(dpa)

Forscher: Coronatest nicht für alle Kitakinder nötig

14:10
05.01.2022
Um Corona-Ausbrüche in Kitas rechtzeitig zu erkennen, muss nur mindestens die Hälfte der Kinder getestet werden. So lautet ein Ergebnis der sogenannten Würzburger Kita-Cov-Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Jama veröffentlicht sind. Es müsse nicht unbedingt auch noch das letzte Kind getestet werden, erklärten die Studienleiter Professor Oliver Kurzai und Professor Johannes Liese am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Das interdisziplinäre Studienteam hatte zwischen Oktober 2020 und März 2021 in Würzburger Kindertagesstätten untersucht, welche Testmethode Kinder, Eltern und Kita-Personal am besten akzeptieren. Anhand der Ergebnisse haben die Forscher nun parallel zur wissenschaftlichen Veröffentlichung ein zwölfseitiges Handbuch für Kindergärten und Eltern erstellt. Die Empfehlungen halten die Forscher trotz des länger zurückliegenden Studienzeitpunktes auch angesichts der Omikron-Variante für zutreffend.

«Wichtig ist, dass wir kein Konzept suchen, das für jede Kita gleich ist», sagte der Mikrobiologe Kurzai von der Universität Würzburg. Die Geschwindigkeit der Testergebnisse sei essenziell. Ein PCR-Test sei zwar zuverlässiger, aber wenn die Auswertung lange dauere, sei ein Antigen-Test besser. Die Forscher hatten sogenannte Spucktests für PCR-Untersuchungen mit Nasenabstrichen für Antigen-Schnelltests verglichen. Sogenannte Lollitests kamen in der Studie nicht vor. «Sie sind aber sicher auch eine sehr gute Methode», so Liese.

Die ab dem 10. Januar in Bayern geltende Testnachweispflicht für alle Kita-Kinder begrüßen die Forscher. Die 50 Prozent Teilnahmequote sei ein Mindestwert; mehr sei selbstverständlich besser. Ab dem 10. Januar müssen Eltern ihre Kita-Kinder dreimal pro Woche zu Hause testen und dies durch eine Unterschrift versichern. Eine Elterninitiative fordert hingegen flächendeckende PCR-Tests.

Die Würzburger Forscher sprechen sich auch für Booster-Impfungen beim Kita-Personal aus. Zudem empfehlen sie, die Kinder aktiv einzubeziehen und ihnen zum Beispiel für jeden Test einen Stempel auf einer Stempelraupe zu geben. «Kitaschließungen halten wir für die allerletzte Maßnahme, die man treffen sollte», sagte der Pädiater Liese vom Universitätsklinikum Würzburg.

(dpa)

Drohungen und Tötungsaufrufe von Coronaleugnern nehmen zu

14:08
05.01.2022
In den Foren von Impfgegnern und Coronaleugnern ist der Ton seit dem vergangenen Herbst teilweise radikaler geworden, bis hin zu vermehrten Tötungsaufrufen. Bei einer Recherche in Telegram-Chaträumen seien seit Mitte November 250 Tötungsaufrufe gefunden worden, berichtete am Mittwoch «tagesschau.de». Diese richteten sich unter anderem gegen Politiker, Wissenschaftler, Ärzte und Journalisten.

Dies deckt sich mit Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden. Seit dem Herbst sei hier eine Zunahme zu beobachten, hieß es. Telegram sei nach wie vor der wichtigste Kanal für die Verbreitung solcher Äußerungen, die in den Chats in der Regel unwidersprochen blieben.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf, hart und entschlossen gegen Absender von Mord- und Gewaltaufrufen bei
Telegram vorzugehen. «Wir Journalistinnen und Journalisten erleben die Anfeindungen aus dem Lager von Impfgegnern und Coronaleugnern tagtäglich», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Mittwoch.

Faeser hatte dem ARD-Hauptstadtstudio mit Blick auf Protestaktionen von Gegnern der staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung am Dienstag gesagt: «Es gilt natürlich das Versammlungsrecht. Und ich bin sicher, dass die Sicherheitsbehörden das auch überall umsetzen». Das bedeute, dass eine Versammlung aufgelöst werde, wenn sie nicht angemeldet sei. «Und wenn Gewalt passiert, dann wird natürlich durchgegriffen.» Bedrohungen und Gewalt könnten nicht hingenommen werden. «Wenn Menschen radikal werden und ausfallend werden, dann finde ich, ist eine Grenze erreicht. Dann muss der Rechtsstaat auch mit aller Härte durchgreifen.»

Der Deutsche Anwaltverein warnte unterdessen davor, rechtsstaatliche Grundsätze aufzugeben, nur weil ein gewünschter politischer Zweck verfolgt werde. «Auch beim Kampf gegen Rechts, demokratiefeindliche Verschwörungsideologien, Reichsbürger und sich radikalisierende Querdenker dürfen wir rechtsstaatliche Grundsätze nicht über Bord werfen», sagte Hauptgeschäftsführerin Sylvia Ruge. Es sei richtig, denjenigen Einhalt zu gebieten, die gegen die Demokratie, das Grundgesetz und eine aufgeklärte, pluralistische Gesellschaft agierten. Das dürfe jedoch nicht dazu verführen, Freiheiten infrage zu stellen. 

(dpa)

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