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Lindner: Omikron-Welle erfordert keinen Lockdown

05:32
05.01.2022
Trotz der wachsenden Omikron-Welle soll es nach den Worten von Bundesfinanzminister Christian Lindner keinen neuen Corona-Lockdown in Deutschland geben. «Wir wollen auch künftig flächendeckende und pauschale Schließungen vermeiden», sagte der FDP-Vorsitzende den Tageszeitungen «Stuttgarter Zeitung», «Stuttgarter Nachrichten» und den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Mittwoch).

Die Virusvariante Omikron sei zwar eine Herausforderung. «Unser Ziel bleibt dennoch, das gesellschaftliche Leben soweit es geht zu erhalten und soziale Schäden soweit es geht zu vermeiden», sagte der FDP-Chef vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Freitag. Stattdessen solle das Gesundheitssystem in die Lage versetzt werden, bei künftigen Wellen die gesamte Bevölkerung binnen eines Monats impfen zu können.

Lindner verteidigte die Politik seiner Partei in der Corona-Pandemie. Man habe die vierte Welle mit «maßvollen Kontaktbeschränkungen und der erfolgreichsten Boosterkampagne Europas» bewältigt, sagte er den Blättern. «Als Vorsitzender einer liberalen Partei muss ich aushalten, dass wir kritisiert werden, wenn wir den freiheitlichen Bürgerrechten besonderes Gewicht einräumen.»

Nach Angaben der zuständigen Landesbehörden ist Omikron inzwischen in mehreren Bundesländern wie Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, und Niedersachsen die vorherrschende Virusvariante. Regional werden Corona-Auflagen teils schon verschärft.

(dpa)

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Dienstag, 4. Januar

Drosten: Booster-Impfung macht im Kampf gegen Omikron den Unterschied

20:23
04.01.2022
Der Virologe Christian Drosten sieht die Booster-Impfung als effektivste Waffe im Kampf gegen die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. «Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung», sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast «Coronavirus-Update» bei NDR-Info. Folglich sei die starke Konzentration auf die Booster-Impfungen in Deutschland richtig und wichtig.

Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen Omikron mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten: «Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist.» Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.

Drosten verwies auf eine Studie des Imperial College London mit Stand kurz vor Weihnachten, nach der bei einer Omikron-Infektion das Hospitalisierungs-Risiko insgesamt um bis zu 30 Prozent geringer sei als bei der Delta-Variante. Bei doppelt Geimpften sinke das Risiko um 34 Prozent, bei Menschen mit Booster-Impfung sogar um 63 Prozent. Bei den Ungeimpften, die sich mit der Omikron-Variante infizieren, sinkt demnach dieses Risiko immerhin um 24 Prozent.

Das sei angesichts der «vielen Ungeimpften, die wir leider in Deutschland haben», zwar eine gute Neuigkeit, so Drosten. Jedoch sei zwangsläufig mit ganz unterschiedlich schweren Verläufen zu rechnen und keine Entwarnung angebracht. Zudem zeige sich hier ganz deutlich der positive Effekt der Booster-Impfung: «Der Gewinn nicht geimpft zu zweifach geimpft ist nur zehn Prozent mehr, aber der Gewinn von zweifach geimpft zu dreifach geimpft ist dann fast eine Verdopplung.»

Angesichts der raschen Ausbreitung von Omikron prognostizierte der Virologe, die Variante werde nun zügig «das Geschäft übernehmen» und Ende Januar auch in Deutschland dominieren. Man gehe hierzulande derzeit von einer Verdopplungszeit der Omikron-Infektionszahlen von etwa vier Tagen aus. 

(dpa)

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