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Fitnessbranche bangt wegen Corona um Jahresstart

07:50
02.01.2022
Im zweiten Corona-Winter bangen viele Fitnessstudios in Deutschland erneut um ihr Geschäft. Zwar gilt nun kein harter Lockdown mehr, doch wegen strenger Vorschriften fürchtet die Branche zum wegweisenden Jahresbeginn um den Zuwachs neuer Mitglieder. «2G-plus-Vorschriften haben signifikante Auswirkungen auf die Neuanmeldungen», sagt Ralph Scholz, Vorsitzender des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG). Vielen Menschen sei es zu aufwendig, zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis einen aktuellen Test vorzulegen («2G plus»). «Dort wo die Regel eingeführt wurde, ist das Neugeschäft fast komplett weggebrochen.»

Der Jahresauftakt ist die wichtigste Zeit für Fitnessstudios - dann haben viele Menschen nach der Völlerei an Weihnachten gute Vorsätze. Im ersten Quartal erzielen Fitnessstudios laut dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) üblicherweise ein Drittel der Neuanmeldungen eines Jahres.

«Mit der Omikron-Variante dürfte das erste Quartal mindestens so schlimm werden wie vergangenes Jahr», fürchtet Scholz. Waren damals die Fitnessstudios im Lockdown geschlossen, laufen jetzt im Betrieb die Kosten voll weiter. «Betreiber haben wieder Existenzsorgen.» Angesichts von Kündigungen brauche die Branche 15 bis 20 Prozent Neuanmeldungen, um das Niveau an Mitgliedern zu halten, sagt Scholz.

Zwar sei im Sommer nach langem Lockdown das Geschäft überraschend gut angelaufen, doch die Krise habe Spuren hinterlassen. Der DIGF rechnet zum Jahreswechsel mit 9,5 Millionen Mitgliedern, gut zwei Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2019 (11,6 Mio). In Fitnessstudios seien noch rund 190 000 Menschen beschäftigt, 40 000 weniger als vor einem Jahr. Immerhin blieb trotz herber Umsatzverluste im Krisenjahr 2020 eine Pleitewelle aus, da die Politik hohe Finanzhilfen gewährte.

Derzeit gilt für Fitnessstudios ein Flickenteppich von Regeln - in einigen Bundesländern gilt allein die 2G-Regel (nur für Geimpfte und Genesene), in anderen wird zusätzlich ein Schnelltest verlangt, in manchen entfällt dieser für Menschen mit Auffrischungsimpfung. «Der Politik fehlt eine Langfriststrategie», moniert Scholz. Für Fitnessstudios sieht er weniger den Trend zu Heimsport als Gefahr, sondern die «Entwöhnung von körperlicher Betätigung an sich».

Der Arbeitgeberverband DSSV hatte schon bei Einführung der 2G-plus-Regeln in einigen Bundesländern vor Umsatzausfällen von 1,3 Milliarden Euro in der Branche gewarnt. Die Vorschrift bedeute eine sinkende Nachfrage und ausbleibende Neuanmeldungen, warnte Präsidentin Birgit Schwarze. Die Folge seien 50 Prozent mehr Kündigungen als üblich. «Für viele Mitglieder ist die zusätzliche finanzielle und zeitliche Belastung ein Grund, das Fitnessstudio nicht mehr aufzusuchen», sagte Schwarze.

(dpa)

RKI registriert 12 515 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 222,7

07:49
02.01.2022
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am vierten Tag in Folge einen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 222,7 an. Weil zwischen den Jahren weniger getestet und gemeldet wird, geht das RKI bei den Zahlen von einer Untererfassung aus. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 220,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 220,7 (Vormonat: 439,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12 515 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.34 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 10 100 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 46 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 88 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 189 329 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 6 441 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 112 155.

(dpa)

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