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Telefonische Krankschreibungen sollen verlängert werden

23:26
17.01.2022
Die Gesundheitsminister der Länder haben den niedergelassenen Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Corona-Variante Omikron Unterstützung zugesagt.

In einer Videoschalte am Montagabend baten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlängern. Die Ärzte bräuchten diese Unterstützung, «damit sie nicht von Patienten überrollt werden», sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm für Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die Kostenübernahme bei der Aufnahme ausländischer Patienten in Deutschland klären.

Die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus' von sechs auf drei Monate war in der Schalte ebenfalls Thema. Die Länder-Ressortchefs baten das Bundesgesundheitsministerium, Übergangsregelungen für betroffene Personen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere für gebuchte Reisen und für den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, sagte Grimm-Benne. «Das ist als Problemstellung erkannt worden.»

Laut Grimm-Benne kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in der Schalte an, dass weitere Modellrechnungen durchgeführt würden, wie schnell sich Omikron in Deutschland verbreiten werde. Derzeit gehe man von einer Verdopplung der Zahlen alle sechseinhalb Tage aus, sagte Grimm-Benne. Die Ergebnisse sollen am Wochenende in einer weiteren Konferenz der Gesundheitsminister diskutiert werden.

Änderungen könnte es demnächst auch bei der Teststrategie geben, um einer Überlastung der Laborkapazitäten entgegenzuwirken. Eine Freitestung aus der Quarantäne oder Isolation soll grundsätzlich mit einem Schnelltest statt einem PCR-Test durchgeführt werden. Lediglich bei Beschäftigten der kritischen Infrastruktur wie in Pflegeheimen und Krankenhäusern soll in diesen Fällen noch ein PCR-Test erfolgen. Wer in Quarantäne müsse, habe jedoch weiterhin Anspruch auf einen PCR-Test, sagte Grimm-Benne.

(dpa)

Kapitel

Montag, 17. Januar

Wieder tausende Gegner der Corona-Maßnahmen auf der Straße

20:28
17.01.2022
Am Montagabend sind wieder mehrere tausend Menschen in Baden-Württemberg gegen staatliche Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Rottweil nahmen etwa 1400 Demonstranten an einem nicht angemeldeten Zug durch die Stadt teil, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gruppe von etwa 30 Fasnets-Peitschern hielt sie in einer Gasse kurzzeitig auf.

In Ravensburg und Friedrichshafen beteiligten sich jeweils über 1000 Menschen an nicht angemeldeten Versammlungen. In Wangen im Allgäu seien es etwa 700 gewesen. In Ulm gab es eine Aktion mit über 1000 Demonstranten auf dem Münsterplatz und eine deutlich kleinere Gegendemo. In Heidenheim schlossen sich ebenfalls mehrere hundert Menschen einer Protestaktion an. Überall blieb es den Angaben zufolge weitgehend friedlich.

In Mannheim und Freiburg, wo die Polizei ebenfalls mit Treffen der Corona-Gegner gerechnet hatte, blieb es ruhig. In Mannheim trafen sich nur 150 Demonstranten, in Freiburg selbst gab es zunächst keine Aktion. In Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis kamen etwa 400 Menschen zusammen, um gegen die Einschränkungen durch die Corona-Politik zu protestieren. Auch in Wiesloch und Heidelberg waren es mehrere Hundert. In Schopfheim im Kreis Lörrach kamen etwa 600 Menschen zusammen.

Seit Wochen gehen Gegner der Corona-Politik vielerorts auf die Straße. Nicht immer kündigen sie die Demonstrationen an. Am Montag der vergangenen Woche waren mehr als 50 000 Menschen unterwegs, um ihre Meinung zur Corona-Politik kundzutun. Zahlreiche Städte haben unangemeldete Proteste, die auch als «Spaziergänge» bekannt geworden sind, untersagt. Am Wochenende waren bei 44 Versammlungen etwa 23 700 Menschen auf der Straße gewesen, davon vier Gegendemos.

(dpa/lsw)

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