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20220114095355

US-Experte Fauci macht Hoffnung in Corona-Pandemie

08:54
14.01.2022
Der führende US-Immunologe Anthony Fauci macht im Fall einer höheren Impf- und Genesungsrate Hoffnung auf eine Abschwächung der Corona-Pandemie.

Zugleich warnte der Präsidentenberater vor neuen Überraschungen und möglichen ansteckenderen Varianten. «Ich denke, wir erleben die Entwicklung zu einer viel häufigeren, aber weniger schweren Infektion», sagte Fauci dem «Spiegel». «Zumindest hoffen wir das, aber es gibt keine Garantie.»

Wenn ausreichend viele Menschen geimpft oder genesen seien, könnte Corona bald zu einer weiteren Atemwegserkrankung werden, die für den größten Teil der Bevölkerung kein Problem mehr darstelle, so Fauci. «Vielleicht ist dies bald der Fall, aber sicher ist das noch nicht.» Schon bisher sei die Erfahrung gewesen: «Das Virus hat getan, was Viren zu tun pflegen: Es hat uns überrascht.»

Es gebe noch immer viele Länder, insbesondere solche mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen die Impfrate sehr niedrig sei. Es werde also weiterhin ein schwelendes Infektionsgeschehen geben. «Damit geben wir dem Virus die Möglichkeit zu mutieren - und es ist denkbar, dass die nächste Variante nicht nur ansteckender ist, sondern auch schwerere Krankheitsverläufe verursacht», sagte Fauci.

Der Präsidentenberater beklagte die gesellschaftliche Spaltung, Zwietracht und politische Instrumentalisierung in den USA. Extremisten behaupteten, er habe «das Virus erschaffen, was natürlich vollkommen absurd ist». Weil er sich fürs Impfen und Maskentragen einsetze, sei er «für manche Leute zum Feindbild» geworden, so Fauci. «Sie erfinden Lügen über mich. (...) Und wenn man die in den sozialen Medien oft genug wiederholt, bekommen Menschen, die ein bisschen durchgeknallt sind, das Gefühl, sie müssten sich dieser Person entledigen, die ihnen da angeblich die Freiheit raubt.» Er finde das «sehr, sehr beunruhigend».

(dpa)

Äthiopien kontert Kritik des WHO-Generaldirektors

08:07
14.01.2022
Die äthiopische Regierung hat in einem Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Kritik von Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus zurückgewiesen.

Tedros habe sich in die internen Angelegenheiten Äthiopiens eingemischt und sei ein aktives Mitglied der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), heißt es in dem Brief. Äthiopien warf dem WHO-Direktor auch vor, die Zahl der Notdürftigen im Land aufgebläht zu haben.

Tedros hatte die äthiopische Regierung am Mittwoch scharf kritisiert und die Lage in der Konfliktregion Tigray als katastrophal bezeichnet. «Nirgends auf der Welt sind wir Zeugen einer Hölle wie in Tigray», sagte Tedros, der selbst äthiopischer Staatsbürger ist und ursprünglich aus der Konfliktregion Tigray stammt, auf einer Pressekonferenz in Genf.

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der TPLF haben im November 2020 begonnen. Die TPLF gab Mitte Dezember einen Rückzug aus umkämpften Gebieten des Landes bekannt. Der Vielvölkerstaat im Osten Afrikas mit seinen 115 Millionen Einwohnern droht durch die anhaltenden Kämpfe zu zerfallen. Der Konflikt hat den Norden des Landes in eine schwere humanitäre Krise gestürzt. Die Versorgung von Millionen von Hilfsbedürftigen ist seit Monaten erschwert. 

(dpa)

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