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20220112122837

"Booster"-Quote in Pflegeheimen ist geringer als erwartet

11:37
12.01.2022
In den baden-württembergischen Alten- und Pflegeheimen haben bislang deutlich weniger Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten als gehofft. Nach einer Auswertung des Landesgesundheitsamtes für das Sozialministerium war zum Jahresende jeder dritte Heimbewohner nicht «geboostert». Da die Quote der zum dritten Mal Geimpften nur bei 68 Prozent lag, hat Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an die Einrichtungen appelliert, die Impfangebote besser zu nutzen. «Jede und jeder noch Zögerliche und Unentschlossene, den wir für eine Impfung gewinnen können, ist in meinen Augen die Anstrengung wert», sagte er. In Rheinland-Pfalz lag die «Booster»-Quote in den Heimen nach Angaben des Südwestrundfunk (SWR) bei 85 Prozent.

Die Zahl der Berichte über Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen steige, argumentierte Lucha in einem Schreiben an die Einrichtungen weiter. Die meisten davon seien nicht oder nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft. Bei den Beschäftigten lag die Quote der Geboosterten noch deutlich unter dem Wert der Bewohner: Nur etwas mehr als jeder dritte Mitarbeitende hat bisher eine Auffrischungsimpfung erhalten. Zuerst hatte der SWR über den Appell des Ministers berichtet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums und des Landesgesundheitsamtes von Mittwoch wurden seit Mitte Dezember 2021 in Baden-Württemberg 39 Corona-Ausbrüche mit insgesamt 411 Fällen aus Einrichtungen der stationären Altenpflege an das Landesgesundheitsamt übermittelt. 21 Bewohner seien am oder im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

(dpa/lsw)

Arbeitgeber lehnen Rechtsanspruch auf Homeoffice ab

11:35
12.01.2022
Die Arbeitgeber lehnen einen Rechtsanspruch auf Homeoffice ab. Das machte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände am Mittwoch klar. Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagte in Berlin: «Der Staat schafft mit neuen Vorschriften kein Vertrauen, sondern setzt die Sicht der Ministerialbürokratie über die sich fortentwickelte betriebliche Praxis.»

Kampeter reagierte auf Aussagen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Heil hatte gesagt, die Ampel-Koalition werde «moderne Regeln für mobiles Arbeiten in Deutschland» und einen Rechtsanspruch auf Homeoffice schaffen.

«In Teilen der Koalition gibt es offensichtlich ein Durcheinander zwischen Parteiprogramm und Koalitionsvertrag», kritisierte Kampeter. «Denn der Koalitionsvertrag der Ampelparteien sieht nicht die Schaffung eines Rechtsanspruchs, sondern einen Erörterungsanspruch bei Homeoffice vor. Homeoffice ist Standard in vielen Unternehmen und wird auch nach der Pandemie bleiben. Dazu bedarf es keines Rechtsanspruches, sondern eines vertrauensvollen Miteinanders im Betrieb.»

Kampeter sagte weiter, wichtig sei, wie vom Koalitionsvertrag vorgesehen, eine klare Abgrenzung von Telearbeit und Homeoffice als Form mobiler Arbeit. «Gefördert werden kann mobile Arbeit außerdem nur durch ein Vorantreiben des Breitbandausbaus, flexiblere Arbeitszeiten und die Möglichkeit des Arbeitgebers, Arbeitszeitaufzeichnungspflichten an die Beschäftigten zu delegieren. Das umfasst nicht nur die Büroarbeitsplätze, sondern auch vielfältige Bereiche der Produktion.»

(dpa)

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