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Wüst will Antworten zur Umsetzung der Impfpflicht in Deutschland

12:07
03.01.2022
Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), drückt bei der geplanten Corona-Impfpflicht aufs Tempo. Bevor Olaf Scholz (SPD) Kanzler geworden sei, habe er sie für Februar avisiert, sagte Wüst am Montag im Morgenmagazin der ARD. «Das Wort muss auch gelten, wenn er Kanzler ist», unterstrich der CDU-Politiker.

Zu viele Menschen in Deutschland hätten bislang keine Erst- oder Zweitimpfung. «Wir brauchen diese Impfpflicht», unterstrich Wüst. Beim bevorstehenden Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise am Freitag wolle er von der Bundesregierung wissen, wie sie jetzt vorgehen werde. «Dazu möchte ich gerne was hören.»

Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) komme genau zur rechten Zeit, sagte Wüst. Bis dahin werde es valide Zahlen zur aktuellen Infektionslage geben sowie Hinweise des Expertenrats der Bundesregierung. Zuvor stünden am Mittwoch Beratungen der Kultusminister zur Situation an den Schulen nach den Weihnachtsferien an.

In NRW gelte weiterhin der Kurs: «Wir wollen, dass Kinder solange es irgend vertretbar ist, Unterricht haben - möglichst in Präsenz, möglichst in der Klasse», bekräftigte der Regierungschef. «Kinder sollen nicht noch mal leiden. Sie haben schon zu viel gelitten in dieser Pandemie.»

Bei der MPK werde unter anderem über die Fortsetzung der Booster-Kampagne gesprochen sowie über Daseinsvorsorge und Quarantäne-Regelungen, kündigte der Vorsitzende an. Mit Blick auf die vergleichsweise leichteren Krankheitsverläufe bei der Omikron-Variante müsse auf Basis des Expertenrats gemeinsam entschieden werden, ob 14 Tage Quarantäne wirklich nötig seien oder ein paar Tage weniger auch in Ordnung wären.

Dabei könnte es unterschiedliche Quarantäne-Regelungen geben für diejenigen, die dreimal geimpft seien und diejenigen, die noch keine Auffrischungsimpfung hätten, sagte Wüst. Skeptisch äußerte er sich, ob auch danach differenziert werden sollte, ob jemand in der sogenannten kritischen Infrastruktur arbeitet - dazu zählen etwa Strom- und Wasserversorgung, das Gesundheitswesen, Feuerwehr und Polizei. «Da bin ich nicht sicher, ob das der richtige Weg ist», sagte Wüst.

(dpa)

Kreuzfahrtverband nach Corona-Fällen: Sicheres Reisen weiter möglich

12:06
03.01.2022
Trotz der aktuellen Corona-Fälle auf der «Aida Nova» von Aida Cruises und «Mein Schiff 6» der Reederei Tui Cruises betrachtet der internationale Branchenverband Clia Kreuzfahrten weiter als sichere Reisen. «Grund dafür sind die hohen Eingangsbarrieren», sagte der deutsche Clia-Geschäftsführer Helge Grammerstorf am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auf den Schiffen gelte die 2G-plus- oder sogar 1G-plus-Regel. Dies bedeute, dass bei 2G plus eine Booster-Impfung Voraussetzung ist, das Schiff zu betreten, bei 1G plus, also ausschließlich geimpften Personen, reiche selbst der Genesenen-Status nicht aus. «Die Reedereien reagieren schnell und sehr konsequent.»

Zusätzlich müssten sich Passagiere unmittelbar vor Reisebeginn einem PCR-Test unterwerfen, auch während der Fahrt werde getestet. Würden Passagiere während der Reise positiv getestet, sei die Zeit nach der Ansteckung zu kurz für die Tests gewesen, um einen Corona-Fall noch vor der Reise zu entdecken. «Bei so engmaschigen Kontrollen fallen auch Menschen auf, die wahrscheinlich sonst gar nicht entdeckt worden wären», sagte Grammerstorf.

Weltweit gebe es rund 360 Kreuzfahrtschiffe, Grammerstorf ging davon aus, dass derzeit rund 70 Prozent unterwegs sind. «Bis zum Sommer werden es rund 90 Prozent sein.» Seiner Meinung nach müssten die wenigen aktuellen Corona-Fälle in Relation zu den vielen Tausend Kreuzfahrtpassagieren gesetzt werden, die gerade unterwegs sind. Zumal es sich bei den aktuellen Fällen nach seiner Kenntnis ausschließlich um asymptomatische oder sehr milde Verläufe handele.

Die zwei Kreuzfahrtschiffe «Aida Nova» und «Mein Schiff 6» hatten kurz nach dem Jahreswechsel ihre Fahrten wegen Corona-Infektionen abgebrochen: Die «Aida Nova» brach die Reise in Lissabon ab, «Mein Schiff 6» in Dubai. «Hintergrund sind vereinzelte Fälle von Covid-19 an Bord, die im Laufe der Reise festgestellt wurden. Als reine Vorsichtsmaßnahme und zum Schutz von Gästen und Besatzung hat sich Tui Cruises jetzt zu dieser kurzen Pause entschlossen», hieß es von Tui Cruises.

(dpa)

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