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Kekulé: Pauschale Quarantäne für Kontaktpersonen abschaffen

20:08
11.01.2022
Für den Fall von rapide ansteigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle hat der Virologe Alexander Kekulé die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Nachverfolgung und Quarantäne von symptomfreien Kontaktpersonen abzuschaffen. Seinen Überlegungen nach sollten Menschen mit Symptomen und bestätigten Infektionen weiterhin konsequent isoliert werden, wie er am Dienstag bei MDR Aktuell darlegte. Kekulé bezeichnete es mit Blick auf eine Situation mit sehr hohen Fallzahlen aber als «völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen dann identifiziert». Da würde er «ernsthaft die Möglichkeit ins Auge fassen», die Nachverfolgung aufzugeben.

Bund und Länder hatten am vergangenen Freitag vereinbart, die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung für Infizierte zu verkürzen, damit wichtige Bereiche der Grundversorgung bei einer rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante nicht zusammenbrechen. Demnach müssen Kontaktpersonen gar nicht mehr in Quarantäne, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind. Als «frisch» gilt ein Zeitraum von bis zu drei Monaten.

Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden. Nach sieben Tagen kann man sich mit PCR- oder Antigentest freitesten lassen. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen Negativtest beendet werden.

(dpa)

Bolivien: Vizepräsident und sechs Minister mit Corona infiziert

18:29
11.01.2022
Boliviens Vizepräsident David Choquehuanca und sechs Minister der Regierung des südamerikanischen Landes sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Gesundheitszustand des Vizepräsidenten und der Minister sei stabil, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Sie befänden sich in Isolation und würden virtuell arbeiten.

Choquehuanca hatte sich mit Verweis auf die traditionelle Medizin und zwei vorherige Corona-Infektionen nach langwierigen Diskussionen erst kürzlich erstmals gegen Corona impfen lassen. Außenminister Rogelio Mayta musste angesichts des positiven Tests nach seiner Teilnahme an der Außenminister-Tagung der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) in Buenos Aires bleiben.

In Bolivien, einem Andenstaat mit hohem indigenen Bevölkerungsanteil, in dem viele auch auf natürliche Heilmittel vertrauen, wurden bisher rund 686 000 bestätige Corona-Infektionen verzeichnet und fast 20 000 Tote im Zusammenhang mit dem Erreger registriert. Das Elf-Millionen-Einwohner-Land hatte zuletzt unter anderem angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante mit 60 801 Corona-Neuinfektionen eine Höchstmarke für eine Woche erreicht.

Manche Provinzen wie Santa Cruz führten deswegen eine Ausgangssperre ein. Die Feierlichkeiten zum Tag der Gründung Boliviens am 22. Januar wurden abgesagt, beziehungsweise sollen in begrenztem Rahmen stattfinden. Gegen die Einführung eines Impfnachweises regt sich in Teilen der Bevölkerung jedoch Widerstand. Zuletzt gingen zahlreiche Menschen auf die Straßen, um dagegen zu protestieren.

(dpa)

Innenminister: Zahl unangemeldeter Corona-Proteste steigt in NRW

18:28
11.01.2022
Die Zahl der unangemeldeten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen hat laut Innenminister Herbert Reul (CDU) stark zugenommen: «Immer mehr Versammlungen werden nicht angemeldet», sagte Reul der «WAZ». In den vergangenen vier Wochen habe es in NRW rund 700 Corona-Demonstrationen mit insgesamt über 100 000 Teilnehmern gegeben. Bis auf 40 Gegendemonstrationen hätten sich die allermeisten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gerichtet. «Bislang blieb es weitgehend friedlich. Aber für die Polizei ist es dennoch eine erhebliche Herausforderung», so Reul zur «WAZ».

Die Versammlungsfreiheit sei «ein wichtiges Grundrecht», sagte Reul: «Doch ich appelliere an alle, die gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen oder was auch immer auf die Straße gehen wollen: Melden Sie Ihre Versammlung.». Das helfe der Polizei bei der Einsatzplanung, diene der Sicherheit der Bevölkerung und der Veranstaltung selbst. «Für unkooperatives Verhalten fehlt mir jedes Verständnis. Das gefährdet am Ende das hohe Gut der Versammlungsfreiheit», warnte der Minister.

(dpa)

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