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Portal: Deutsche Airlines verschleppen Ticketerstattung am häufigsten

11:42
11.01.2022
Bei der Erstattung von Flugtickets haben sich nach Einschätzung des Internet-Portals Flightright die deutschen Airlines im vergangenen Jahr besonders hartleibig gezeigt. Lufthansa, Tuifly, Eurowings und Condor landeten bei einer Fall-Auswertung auf den hinteren Plätzen, wie Flightright am Dienstag in Berlin berichtete.

Während die Direktfluganbieter Ryanair und Easyjet in 77 beziehungsweise 70 Prozent der von Flightright eingereichten Fälle bereits gezahlt hätten, sei die Lufthansa nur bei 30 Prozent auf die Forderungen eingegangen. Tuifly kommt demnach auf eine Erstattungsquote von 34 Prozent, Condor auf 40 Prozent und die Lufthansa-Tochter Eurowings schließlich auf 41 Prozent. Auf dem letzten Platz landete die ungarische Wizz Air, die nur in 12 Prozent der Fälle gezahlt habe.

Das Portal Flightright übernimmt Fälle anspruchsberechtiger Passagiere, deren Flüge mehr als drei Stunden verspätet oder kurzfristig abgesagt wurden. Gegen eine Beteiligung werden die Ansprüche nach der EU-Fluggastverordnung dann bei den Airlines eingereicht und möglichst durchgesetzt, letztlich auch mit Prozessen. Das Rechtsunternehmen nennt aber keine absoluten Fallzahlen für die vorliegende Auswertung und beruft sich dabei auf Wettbewerbsgründe.

Flightright-Expertin Claudia Brosche kritisierte in einer Mitteilung vor allem die Lufthansa, die vor der Corona-Krise eigentlich zügig erstattet habe. Nunmehr berufe sie sich beispielsweise auf veraltete Verfahrensweisen, die bei vielen anderen Airlines längst digitalisiert seien. Die «Verzögerungstaktik» verwundere und werfe ein schlechtes Licht auf die größte deutsche Airline.

Die Lufthansa wies die Vorwürfe zurück. Seit Anfang 2021 sei die Zahl der noch offenen Erstattungen auf einen Normalwert wie vor der Pandemie zurückgegangen und die Ansprüche würden in der Regel in der gesetzlichen Frist erfüllt, erklärte ein Sprecher. 2021 seien 1,5 Milliarden Euro erstattet worden. In vielen Fällen sei eine automatische Erstattung möglich. Die Tuifly, die in ihrem Onlineangebot eine automatisierte Erstattung integriert hat, wollte die Vorwürfe nicht kommentieren.

(dpa)

Mehr als 100 000 Corona-Tote in Polen

11:42
11.01.2022
In Polen ist die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben über die Marke von 100 000 gestiegen. Am Dienstag meldete das Gesundheitsministerium 493 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Damit sind seit Beginn der Pandemie nunmehr 100 254 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Polen hat knapp 38 Millionen Einwohner.

Zuletzt ging die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen leicht zurück. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Dienstag kamen 11 406 neue Fälle innerhalb eines Tages hinzu. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte dem Sender TVN24, er rechne mit einem «systematischen Anstieg» der Fallzahlen in der kommenden Zeit. Noch sei die Omikron-Variante in Polen nicht stark verbreitet.

Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung vor, angesichts einer vergleichsweise geringen Impfquote drastische Maßnahmen zu vermeiden, um die Impfgegner unter ihren Wählern nicht zu verprellen. So fehlt beispielsweise weiterhin eine rechtliche Grundlage dafür, dass die Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Derzeit sind 56,1 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft, 20,7 Prozent haben schon eine Auffrischungsimpfung bekommen.

(dpa)

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