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Rund 149 000 weitere Impfungen gegen Corona am Sonntag

09:26
10.01.2022
In Deutschland sind am Sonntag 149 000 Impfdosen gegen Corona gespritzt worden. Dies teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mit. Damit haben nun mindestens 59,8 Millionen Menschen (71,9 Prozent der Bevölkerung) den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung («Booster») erhielten inzwischen mindestens 35,6 Millionen (42,9 Prozent). Diese dritte Dosis gilt als wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Nicht geimpft sind 21,1 Millionen (25,4 Prozent) - darunter auch etwa vier Millionen Kinder unter vier Jahren, für die bislang kein Impfstoff zugelassen ist. Dem RKI zufolge bekamen etwa 62 Millionen (74,5 Prozent) bislang mindestens eine Spritze. Die Bundesregierung strebt eine Marke von 80 Prozent bis Ende Januar an.

(dpa)

Kyrgios positiv auf Corona getestet - Barty verzichtet auf Sydney

08:44
10.01.2022
Der australische Tennisprofi Nick Kyrgios ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das machte der 26-Jährige am Montag selbst via Instagram öffentlich. Er fühle sich gut, habe keine Symptome und hoffe, in der nächsten Woche trotzdem bei den Australian Open an den Start gehen zu können.

Beim ATP-Turnier in Sydney rückt Daniel Altmaier für Kyrgios nach. Der 23-Jährige, der eigentlich in der Qualifikation gescheitert war, trifft als Lucky Loser in seiner ersten Runde am Montag auf den Italiener Fabio Fognini.

In der Damen-Konkurrenz von Sydney verkündete die Australierin Ashleigh Barty ihren Verzicht auf eine Teilnahme. Nach ihrem Sieg beim Turnier in Adelaide am Sonntag gönnt sich die Nummer eins der Welt vor den am 17. Januar beginnenden Australian Open eine Pause.

(dpa)

Omikron und China: Was bedeutet die Variante für das Reich der Mitte?

08:44
10.01.2022
Chinas Strategie gegen Corona ist weltweit einzigartig. Das Land ist seit Pandemiebeginn weitgehend abgeschottet, Megastädte werden schon bei einzelnen Infektionen komplett runtergefahren. Das Ziel: dem Virus keinen Raum lassen und möglichst jede Ansteckung verhindern. Bislang ging der Plan auf - doch jetzt gibt es den ersten lokalen Omikron-Ausbruch in China. Die Virus-Variante könnte die Karten neu mischen.

Es gibt die Befürchtung, dass selbst die überaus rigiden Maßnahmen die Verbreitung der neuen ansteckenderen Virus-Variante nicht stoppen können. Zudem wird diskutiert, ob die in China verabreichten Impfstoffe möglicherweise weniger gut vor Omikron schützen als beispielsweise die in Deutschland verwendeten mRNA-Impfstoffe. Hinzu kommt, dass Anfang Februar die Olympischen Winterspiele in Peking starten und tausende Menschen aus aller Welt ins Land kommen.

Timo Ulrichs, Experte für Globale Gesundheit an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, geht davon aus, dass sich Omikron auch in China ausbreiten wird. «Eine Null-Covid-Strategie ist hier nicht (mehr) zielführend.» Ulrichs erwartet «ein Überrollen ähnlich wie in anderen Ländern mit steilen Anstiegen der Neuinfizierten-Zahlen». Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte schon kurz vor Weihnachten China mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern als seine derzeit «größte Sorge» bezeichnet.

Noch und nun schon seit mehr als einem Jahr ist es um die Pandemielage in der Volksrepublik deutlich besser bestellt als in vielen anderen Ländern. Das tägliche Leben und die Wirtschaft haben sich normalisiert. Die Null-Corona-Politik der Regierung hat dazu geführt, dass es fast keine Infektionen im Land gibt. Werden doch einzelne Fälle gemeldet, kann das den Lockdown einer ganzen Metropole zur Folge haben, wie derzeit die 13 Millionen Einwohner der zentralchinesischen Stadt Xi'an zu spüren bekommen. Dort waren seit Ende Dezember knapp 2000 Infektionen aufgetreten. Schon nach den ersten Fällen durften die Menschen praktisch nicht mehr vor die Tür. Das soll so bleiben, bis es keine neuen Infektionen mehr gibt.

Mit Massentests, Ausgangssperren und strengen Quarantäne-Regeln bei der Einreise konnte China die Delta-Variante in Schach halten. Die Führung gibt sich zuversichtlich, dass ihr dies auch mit der Omikron-Variante gelingen wird. China sei eine «uneinnehmbare Festung» für das Virus, wurde in Staatsmedien kommentiert. Nach dem Omikron-Ausbruch in Tianjin ist jetzt von der «ersten echten Schlacht» gegen die Virus-Variante die Rede.

Experten warnen vor den Folgen, sollten die Schutzmaßnahmen bei Omikron doch weniger bringen. Vor allem auf die Impfstoffe komme es dann an. «Wie China durch die Omikron-Welle kommt, hängt vor allem von der Wirksamkeit der dortigen Impfstoffe ab», sagt Sebastian Ulbert, Impfstoff-Experte am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie. In China werden hauptsächlich die Impfstoffe Coronavac (Sinovac) und BBIBP-CorV (Sinopharm) verwendet, die abgetötete Corona-Viren enthalten.

Zwar liegt die Quote der vollständig Geimpften in China bei rund 85 Prozent und damit höher als etwa in Deutschland. Bislang unveröffentlichte Studien hatten kürzlich jedoch Hinweise geliefert, dass die beiden Vakzine eine unzureichende Antikörperantwort gegen Omikron auslösen könnten. Doch das Bild ist nach Ansicht von Impfstoff-Forscher Ulbert bisher alles andere als klar: «Die momentan noch extrem dünne Datenlage zur Wirksamkeit der chinesischen Impfstoffe gegen Omikron ermöglicht höchstens Spekulationen.»

Und zwar sowohl in die Richtung eines unzureichenden als auch in die Richtung eines gewissen Schutzes, zumindest vor schweren Verläufen. «Denn es gibt ja auch Hinweise auf die Bildung eines immunologischen Gedächtnisses durch den inaktivierten chinesischen Impfstoff.» Noch sei es zu früh, um eine fundierte Einschätzung abzugeben, sagt Ulbert. «Das braucht noch etwas Zeit.»

Auf die chinesischen Impfstoffe vertraut nicht nur China selbst. Die Präparate sind vor allem wegen großer Nachfrage von Entwicklungsländern zu einem Exportschlager geworden. Nach Angaben des Pekinger Außenministeriums wurden bereits mehr als zwei Milliarden Dosen chinesischer Impfstoffe an über 120 Staaten geliefert. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied: In wohl allen Ländern der Welt dürfte es einen weitaus höheren Anteil an Covid-19-Genesenen geben als in China. Sie haben ebenfalls einen Immunschutz - was Infektionswellen und vor allem die Belastung von Kliniken immens vermindern kann.

Gesundheitsforscher Ulrichs geht davon aus, dass die chinesische Bevölkerung nur einen sehr begrenzten Schutz vor klinischen Verläufen und noch weniger vor Infektionen hat. Das bedeute, dass sich die Ausbreitung von Omikron schwerer unterbinden lasse als etwa in Europa. «Ein besonderes Risiko stellen die Olympischen Winterspiele dar.»

Omikron hat die ohnehin große Nervosität der Gastgeber noch einmal erhöht. Athleten und Gäste, die zu den Spielen aus dem Ausland anreisen, müssen sich auf harte Bedingungen einstellen. Peking will die Spiele komplett in eine «Blase» verbannen, in der es keinerlei Kontakt zum Rest der Hauptstadt geben soll. Teilnehmer werden sich nur in «geschlossenen Kreisläufen» zwischen Unterkünften und Wettkampfstätten oder Medienzentren bewegen dürfen. Völlig unklar ist, wie die Planer vorgehen würden, sollte es innerhalb der Blase zu einem größeren Ausbruch kommen.

Dass die Spiele frei von Corona bleiben, scheint ausgeschlossen. Während die Athleten in den kommenden Wochen für die Spiele am 4. Februar anreisen, dürfte die Verbreitung von Omikron in aller Welt einen neuen Höhepunkt erreichen. 

(dpa)

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