Nach der Triage-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz von Menschen mit Behinderungen hat Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) auch einen besonderen rechtlichen Schutz für Hochbetagte gefordert. «Der Staat und wir alle als Gesellschaft haben die Pflicht, die Schwächsten unter uns besonders zu schützen», sagte Spiegel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zwar hoffe sie, dass Triage-Situationen in Deutschland nicht eintreten. «Trotzdem müssen wir vorsorgen.»
Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag seine Entscheidung veröffentlicht. Die Richter in Karlsruhe forderten den Bundestag auf, «unverzüglich» Vorkehrungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Fall einer Triage treffen. Bisher gibt es dazu keinen gesetzlichen Rahmen, sondern lediglich Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte. Wegen der Corona-Pandemie mit zum Teil ausgelasteten Intensivstationen ist das Thema in den Fokus gerückt.
Das Wort Triage beschreibt eine Situation, in der Ärzte entscheiden müssen, wen sie retten und wen nicht - zum Beispiel, weil so viele schwerkranke Corona-Patienten in die Krankenhäuser kommen, dass es nicht genug Intensivbetten gibt.