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Ulmer Dekan erhält Drohbriefe nach Impfaktion in Kirchengemeinde

09:36
08.01.2022
Bei einer Impfaktion im Ulmer Münster haben zum Jahreswechsel Hunderte ihren Virusschutz erhalten. Bei einigen kam das weniger gut an. Der Ulmer Dekan berichtet von einer zunehmenden Zahl von Protest- und Drohschreiben.

Nach einer Impfaktion im Ulmer Münster hat der Dekan der Evangelischen Kirche, Ernst-Wilhelm Gohl, nach eigenen Angaben anonyme Drohbriefe erhalten. In den Schreiben, von denen der Dekan eine Kopie auch auf seinem Facebook-Konto zeigt, werde das Impfen kritisiert, es gehe aber auch um Verschwörungsthemen und Kritik an der Initiative Seebrücke, die sich der Seenotrettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer verschrieben hat, sagte Gohl am Samstag. Er werde auch selbst angegriffen, sehe die Absender aber als «kleine, lautstarke Minderheit». «Manche schreiben sich den Frust von der Seele», sagte der Dekan. Zuvor hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet.

Mit der Veröffentlichung der Briefe wolle er ein Zeichen setzen, dass Einschüchterungsversuche chancenlos seien. «Das Niveau wird immer abgründiger. Einschüchterung funktioniert aber nicht», schreibt der Münsterpfarrer zudem bei Facebook. Vereinzelte Protestbriefe habe er immer schon erhalten, aber nach der Impfaktion sei die Zahl gestiegen. «Inhaltlich ist das aber nichts Dramatisches», sagte er. «Politiker erleben da ganz andere Sachen.»

Die Impfungen im Münster kurz vor dem Jahreswechsel waren eine gemeinsame Aktion der Münstergemeinde, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde und der Stadt Ulm. Die Kirche sei ein Raum der Hoffnung, so wie die Impfung die Hoffnung in der Pandemie sei, hatte Gohl dazu erklärt. Geimpft wurde auch, wer Impfpass oder Krankenkassenkarte nicht dabei hatte.

Gohl kandidiert auch bei der Bischofswahl der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im kommenden März. Ebenso wie die Pfarrerin Viola Schrenk und Gottfried Heinzmann, der Chef eines diakonischen Unternehmens, möchte er die Nachfolge von Landesbischof Frank Otfried July antreten. Der 1963 geborene alte Gohl ist seit 2006 Dekan in Ulm und seit 2007 Mitglied des württembergischen Kirchenparlaments.

(dpa)

Corona-Tests negativ: Russland steigt in Eisschnelllauf-EM ein

09:35
08.01.2022
Russlands Eisschnellläufer steigen nach einer coronabedingten Zwangspause am zweiten Tag der Europameisterschaften in Heerenveen in den Wettkampf ein. Wie der nationale Verband am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, waren alle Corona-Tests vom Vortag negativ. Wegen mehrerer Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 war die gesamte Mannschaft seit ihrer Einreise in die Niederlande in Quarantäne.

Wegen des Corona-Ausbruchs hatten die EM am Freitag ohne russische Teilnehmer begonnen. Zuvor hatten die Top-Sprinter Pawel Kulischnikow, Artem Arefjew, Ruslan Muraschow und Wiktor Muschtakow offiziell aus gesundheitlichen Gründen auf eine EM-Teilnahme verzichtet. Sie würden «krankheitsbedingt» die EM verpassen, hatte Cheftrainer Dimitri Dorofejew erklärt. Arefjew als Fünfter und Muschtakow als Sechster des Weltcups zählten über 500 Meter zu den Medaillenkandidaten.

Nach Verbandsangaben hätten einige Athleten des Sprintteams zuletzt Fieber gehabt. Deren Gesundheitszustand habe sich nach den Allrussischen Wettkämpfen in Kolomna Ende Dezember verschlechtert. Anschließende Corona-Tests seien jedoch negativ ausgefallen.

(dpa)

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