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Philippinischer Präsident bläst zur Jagd auf Ungeimpfte

11:48
07.01.2022
Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte will in der Corona-Pandemie ungeimpfte Bürger notfalls festnehmen lassen, falls sie aus dem Haus gehen. Er habe die Dorfvorsteher im ganzen Land angewiesen, diese Menschen zu verfolgen, zurückzuhalten und falls nötig festzunehmen, teilte sein Sprecher Karlo Nograles am Freitag mit. Duterte habe diese Anordnung während einer Sitzung der nationalen Anti-Covid-19-Einsatzgruppe am Donnerstagabend erlassen.

«Diese Maßnahmen für die Ungeimpften werden ergriffen, um unser Volk zu schützen, da die Ungeimpften jedermann in Gefahr bringen», sagte Nograles. Die Behörden in der Hauptstadtregion Manila hatten zuvor schon zusätzliche Reise- und Aktivitätseinschränkungen für Ungeimpfte verhängt und ihnen nur noch für dringend notwendige Fälle gestattet, aus dem Haus zu gehen. In Metro Manila, einem Ballungsraum mit 16 Städten und 13 Millionen Einwohnern, war am Montag die Alarmstufe nach der intensiven Reiseaktivität über die Festtage und dem Aufkommen der Omikron-Variante erhöht worden.

Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 21 819 Neuinfektionen, die höchste Zahl für einen Tag seit dem 26. September. Die Gesamtzahl der Toten der Corona-Pandemie stieg um 129 auf 51 871. Die Unterstaatssekretärin Maria Rosario Vergeire warnte die Bevölkerung, nicht nachlässig zu werden angesichts von Berichten, dass Omikron zu milderen Krankheitsverläufen führe. Bis Donnerstag waren nach Angaben des Ministeriums 51 Millionen Philippiner oder fast 47 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft.

Duterte ist wegen seines autoritären Regierungsstils umstritten, ihm werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Philippinen unter ihm gelten als eines der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten. Die Journalistin Maria Ressa wurde 2021 für ihre Arbeit mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

(dpa)

Laborverband warnt vor Überlastung bei Testungen wegen Omikron

11:47
07.01.2022
Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat der Laborverband ALM vor einer Überlastung bei PCR-Tests und deshalb ausbleibender Labordiagnostik gewarnt. «Im Verlaufe der kommenden Wochen wird sich zeigen, wie sich die Belastung in den Laboren entwickelt und ob und in welcher Weise dann auch weitere Priorisierungen in den Testungen vorzunehmen sind», sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Die Labore gehörten zur sogenannten kritischen Infrastruktur und seien besonders schützenswert.

Müller führte an, dass die Labore neben der Corona-Diagnostik vielfältige andere Aufgaben erfüllten. Mitarbeitende seien wie alle Menschen vom Risiko einer Corona-Infektion, aktuell mit Omikron, betroffen. Auch in den Laboren gebe es Infektionen.

Vor dem Hintergrund der Sorge, durch Omikron könnten sich schnell viele Menschen infizieren oder als Kontaktperson in Quarantäne müssen, wird über kürzere Quarantänefristen debattiert.

Der Ärzteverband Marburger Bund warnte vor möglichen Engpässen bei PCR-Tests. «Die Omikron-Variante wird auch zu mehr Infektionen bei
Beschäftigten in den Laboren führen», sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem RND. «Es ist also damit zu rechnen, dass die PCR-Testkapazitäten in Deutschland bald nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.»

(dpa)

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