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20220106113218

Datenschutzbeauftragter rät von Impfregister ab

11:01
06.01.2022
Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hält ein nationales Impfregister zwar rechtlich für denkbar, rät aber von einer Einführung ab. Schon jetzt gingen viele Menschen auf die Straße und hätten das Gefühl, der Staat würde sie gängeln, sagte er laut einem am Donnerstag online veröffentlichten Bericht des «Spiegels».

«Das Vertrauen in unseren Staat könnte bei übereilten Schritten weiter sinken», zitiert das Nachrichtenmagazin Brink. «Den Impfstatus ohne Zustimmung der Betroffenen zentral erfassen und auf dieser Basis womöglich Bußgelder verhängen zu wollen, ist eine Vollzugsfantasie, die einen negativen Effekt auf die Impfkampagne haben kann.»

In einem Impfregister könnte der Impfstatus aller Menschen in Deutschland erfasst werden, um einen besseren Überblick zu haben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte so ein Register in der Corona-Pandemie angeregt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) haben sich skeptisch gezeigt. In Österreich gibt es so ein Register schon.

(dpa)

Corona-Infektionen in Afrika nähern sich der 10-Millionen-Marke

11:00
06.01.2022
Der afrikanische Kontinent nähert sich bei der Zahl der Corona-Infektionen mittlerweile der 10-Millionen-Marke und befindet sich in fünf Ländern nun in der fünften Infektionswelle. «Wir mögen ermattet sein durch dieses Virus, doch das Virus ist noch nicht müde», sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC). Die neue Coronavirus-Variante Omikron sei nun in 42 afrikanischen Ländern registriert worden, erklärte er am Donnerstag. Nkengasong hält die Entdeckung weiterer Varianten im Laufe des Jahres für durchaus möglich.

Südafrika würdigte er nicht nur wegen der guten Informationspolitik der dortigen Behörden als eine Art Trendsetter beim Umgang mit der Omikron-Variante: «Ich denke, Südafrika hat uns den Weg gewiesen, wie wir mit steigenden Infektionen umgehen und einen harten Lockdown vermeiden, der die Wirtschaft schwer schädigen kann.» Der steile Fall der Infektionszahlen nach dem ebenso steilen Anstieg in dem Kap-Staat sei eine sehr gute Nachricht. Allerdings müsse nach der Rückkehr vieler Südafrikaner aus den Sommerferien nun erst mal beobachtet werden, ob der Trend auch anhalte. «Die Zeit, in der wir einen harten Lockdown als Instrument genutzt haben, ist vorbei», betonte er.

In ganz Afrika wurden vergangene Woche 300 000 Corona-Neuinfektionen gezählt - ein Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Allerdings entfielen 49 Prozent der Fälle dabei auf das südliche Afrika. Der Kontinent hat mittlerweile knapp 547 Millionen Impfdosen beschafft, doch sind in Afrika weiter erst gut zehn Prozent der Bevölkerung zweifach gegen das Coronavirus geimpft. Nkengasong hofft, bis zum Jahresende diesen Wert auf 70 Prozent zu steigern.

Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 9,8 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 229 000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Angaben von Experten auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher liegen.

(dpa)

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