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Patientenschützer fordern mehr Tests

02:17
04.12.2021
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie muss aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz das Testen stärker in den Fokus der Schutzmaßnahmen rücken. «Ich habe das Gefühl, das ist eine Scheuklappen-Politik: Es gibt nur 2G und alles andere blenden wir aus», kritisierte Vorstand Eugen Brysch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Länder. Die Ordnungsämter seien nicht in der Lage, die 2G-Regeln - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - flächendeckend zu kontrollieren. «Ohne Kontrolle macht das keinen Sinn», sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme das Problem gefälschter Impfausweise und kopierter Impfnachweise in Handys.

Brysch sprach sich für zusätzliche Tests auch für Geimpfte und Genesene aus. «2G plus ist das Konzept, was uns nicht nur durch den Winter bringt, sondern auch durch 2022.» Bisher fehlten Konzept und Fahrplan, wie 140 Millionen Impfungen in Deutschland und eine mögliche Impfpflicht im kommenden Jahr organisiert werden sollen. An die Pharmaindustrie richtete er den Appell, ein «Update» bei den Corona-Impfstoffen zu den neuen Virusvarianten zu liefern.

Wenn die Impfkampagne nicht rasch wieder mit großen Impfzentren organisiert werde, die sieben Tage die Woche bis zu 16 Stunden am Tag geöffnet seien, könnte die medizinische Grundversorgung schwer leiden. «Wir setzen auf die Karte Impfung, alle machen mit: Apotheker, Zahnärzte, niedergelassene Ärzte», zählte er auf. Aber auch Ärzte und Apotheker könnten nur eine gewisse Zeit am Tag arbeiten. Dabei sei das Gesundheitssystem aber ohnehin schon «auf Kante genäht».

(dpa)

Kapitel

Freitag, 3. Dezember

Ministerium: Jetzt doch Vorteile für Menschen mit Impfauffrischung

17:01
03.12.2021
Für Menschen mit Impfauffrischung soll es im Südwesten jetzt doch Vorteile bei der 2G-plus-Regel geben. Das Gesundheitsministerium teilte in einer Kehrtwende am Abend mit, dass mit der neuen Corona-Verordnung, die am Samstagmorgen in Kraft treten soll, bei der 2G-plus-Regelung die Testpflicht für Geboosterte entfalle. Amtschef Uwe Lahl erläuterte: «Personen, die bereits geboostert sind, müssen überall dort, wo die 2G-plus-Regel gilt, keinen aktuellen negativen Corona-Test mehr vorlegen – also zum Beispiel in Gaststätten, im Zoo oder bei Freizeit- und Kulturveranstaltungen.»

Wenige Stunden zuvor hatte das Gesundheitsministerium am Freitag mit Blick auf hohe Infektionszahlen diesem Schritt, den Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bereits gegangen waren, eine Absage erteilt. Die 7-Tage-Inzidenz liege in Niedersachsen bei 205,9, in Baden-Württemberg bei 517,6, hieß es zur Begründung.

Der Chef der Landestheater Tübingen, Thorsten Weckherlin, hatte Ausnahmen für Booster-Geimpfte bei 2Gplus gefordert. «Ich kann doch unserem Publikum, das geboostert ist, nicht mehr abverlangen, als notwendig ist. Dieses Plus ist eine Genugtuung für die Impfgegner und ein Drangsalieren der bereits geimpften Leute.»

(dpa/lsw)

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