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Hochrisikogebiet: Schweizer Tourismus betroffen bis gelassen

13:35
03.12.2021
Der Hotelverband HotellerieSuisse bewertet es als «verheerend», dass Deutschland die Schweiz wegen hoher Corona-Infektionszahlen zum Hochrisikogebiet erklärt hat. Eine Quarantäne von zehn Tagen für Ungeimpfte würde sicher Gäste davon abhalten, Ferien in der Schweiz zu verbringen, sagte Karin Sieber, Verbandssprechern, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Auch Maßnahmen der Schweiz selbst, die Reisenden etwa aus Großbritannien, den Niederlanden und Belgien seit Kurzem eine Quarantäne auferlegt, machten die Lage schwierig. Zuvor sei die Schweizer Hotellerie noch zuversichtlich gewesen, die Talsohle durchschritten zu haben. Im Gegensatz zu anderen Ländern waren Skianlagen und Hotels in der Schweiz im vergangenen Winter offen. Durch viele Buchungen aus dem Inland war der Einbruch weniger schlimm als in den Nachbarländern.

Der Verband Schweiz Tourismus sieht die Einstufung als Hochrisikogebiet gelassener. «Alle Reisebeschränkungen sind für den Schweizer Tourismus schädlich», sagte zwar Sprecher André Aschwanden der dpa. Allerdings sei die Impfquote in Deutschland so hoch, dass immer noch viele Deutsche frei in die Schweiz einreisen könnten. «Und das wäre immer noch besser für die Branche als die Situation im letzten Winter 2020/2021 ganz ohne ausländische Gäste», sagte er.

Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

(dpa)

Der «Wellenbrecher» in der Corona-Pandemie ist das «Wort des Jahres»

13:34
03.12.2021
Die Corona-Pandemie bestimmt die Wahl zum «Wort des Jahres» 2021. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) kürte den Begriff «Wellenbrecher». Das aus dem Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort werde als Sammelbegriff für alle Schutzmaßnahmen benutzt, um die vierte Corona-Welle zu brechen, erklärte der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski am Freitag in Wiesbaden die Entscheidung.

Mit «Wellenbrecher» sei auch eine positive Perspektive und eine kleine Ermutigung verbunden, in Zukunft Corona-Wellen zu brechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb habe sich die Jury nach intensiven Diskussionen auch gegen die Begriffe «Booster» und «Impfpflicht» als Wort des Jahres entschieden, sagte der Sprachwissenschaftler.

Zehn Begriffe umfasst die Liste der Gesellschaft für deutsche Sprache. Bei der Aktion werden regelmäßig Wörter und Wendungen ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Über 2000 Vorschläge waren in diesem Jahr für die Wahl eingegangen. Dazu werden auch die Berichte in Zeitungen des gesamten Jahres ausgewertet.

Die Corona-Pandemie sei dabei das alles dominierende Thema gewesen, berichtete Schlobinski. Sieben der zehn Begriffe auf der Hitliste der Sprachwissenschaftler befassen sich mit der Pandemie. Diese Entwicklung zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, als «Corona-Pandemie» zum «Wort des Jahres» gekürt worden war.

Auf dem zweiten Platz landete «SolidAHRität». Das Wort bezieht sich auf die Hilfsaktionen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Der Begriff ist eine Wortkreuzung aus Solidarität sowie dem Flussnamen Ahr und war ursprünglich der Name einer Hilfsaktion für hochwassergeschädigte Winzer. Er stehe aber kennzeichnend für die große Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Region, erklärte der Vorsitzende.

Auf Platz drei kam der Begriff «Pflexit», der den Angaben zufolge auf den Pflegenotstand hinweist. Er ist eine Wortkreuzung nach den Vorbildern «Brexit» oder «Grexit». «Pflexit» stehe für den Pflegeausstieg, da Pflegekräfte immer öfter wegen harter Arbeitsbedingungen oder schlechter Bezahlung ihren Beruf verlassen.

Auf Platz vier setzten die Sprachwissenschaftler die intensiv in der Bevölkerung diskutierte «Impfpflicht». Nach dem Machtwechsel nach der Bundestagswahl und dem neuen Regierungsbündnis von SPD, FDP und Grünen sei auch das Wort «Ampelparteien» sprunghaft in der Häufigkeit seiner Verwendung angestiegen, berichtete die Gesellschaft für deutsche Sprache.

Das Wort «Lockdown-Kinder» soll auf die Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie mit Online-Unterricht, der Beschränkung sozialer Kontakte sowie der Zunahme häuslicher Gewalt aufmerksam machen. Der «Booster», der die Corona-Auffrischungsimpfung beinhaltet, auf Platz sieben sei ein weiteres typisches Pandemiewort des Jahres 2021 genauso wie das neue Verb «freitesten» auf Platz acht.

Das Wort «Triell» als ein Duell zu dritt sei im Bundestagswahlkampf durch die von drei Spitzenkandidaten der Parteien ausgetragenen Fernsehdebatten populär geworden. Die Wortgruppe «fünf nach zwölf» auf Platz zehn stehe als ein beliebt gewordener Ausdruck für besonders dringenden Handlungsbedarf etwa in der Klimapolitik oder bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

(dpa)

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