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RKI-Chef Wieler: Impfpflicht muss sorgsam überlegt werden

11:59
03.12.2021
Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich in der Debatte über eine Corona-Impfpflicht für ein behutsames Vorgehen ausgesprochen. Das Thema müsse «sehr, sehr sorgsam kommuniziert und überlegt werden», sagte Wieler am Freitag in Berlin. Es gebe ganz viele Fragen, etwa ab welchem Alter eine Impfpflicht gelten und wie sie vollzogen werden solle und wie damit umgegangen werde, dass Impfungen keinen 100-prozentigen Schutz brächten, sondern eventuell aufgefrischt werden müssten.

«Da braucht es wirklich eine intensive Debatte, um die Pros und Cons herauszuarbeiten (...) Das ist wirklich nicht so trivial.» Das Land müsse da noch sehr viel diskutieren. «Ich wünsche mir, dass dort eine fundierte Diskussion stattfindet und dann auch eine wirklich informierte Entscheidung im Parlament», sagte Wieler.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte am Freitag seine «grundsätzlich sehr skeptische Haltung, was eine allgemeine Impfpflicht angeht». Er habe in dieser Frage sein Wort gegeben. «Das wird auch mein Abstimmungsverhalten bestimmen», sagte er. Angedacht ist, dass der Bundestag über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht abstimmt, wobei der Fraktionszwang für Abgeordnete aufgehoben werden soll. Der Ethikrat soll außerdem bis Jahresende eine Empfehlung zum Thema vorlegen.

Wieler ergänzte: «Eins ist klar, ohne, dass alle Menschen einen Immunschutz haben, werden wir es sehr, sehr schwer haben, diese Pandemie zu einem Stillstand zu bringen.»

(dpa)

Spahn mahnt Umsetzung von Corona-Schutzregeln in Stadien an

11:59
03.12.2021
Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn hat gemahnt, bei weiterhin mit bis zu 15 000 Zuschauern vorgesehenen Spielen der Fußball-Bundesliga Corona-Schutzvorgaben sicherzustellen. Er könne nur dafür werben, dass der von Bund und Ländern gefundene Kompromiss auch wirklich «in all seinen Facetten» umgesetzt werde, sagte der CDU-Politiker an Freitag in Berlin. Dazu gehörten Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G), Abstand halten und Maskenpflicht, idealerweise kein Alkohol sowie auch An- und Abfahrtskonzepte, bei denen größere Menschenansammlungen vermieden werden.

Spahn sagte, jedenfalls in der Theorie sei dies eine gute Sache. «Die Frage ist, ob das in der Praxis gelingt, das mit all diesen Regeln umzusetzen.» Er verwies auf Bilder aus Stadien, bei denen es nicht immer wirklich den Eindruck gemacht habe, dass dies überall gelinge. Daher verstehe er gut, dass auch im Vergleich mit anderen Bereichen nun viele Fragen hierzu da seien. Der Minister betonte zugleich, dass der Kompromiss nun schon eine deutliche Zuschauerreduktion bedeute.

Angesichts der bedrohlichen Corona-Lage hatten die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen beschlossen, dass in den Arenen maximal 50 Prozent der Zuschauerkapazität zulässig sind - höchstens aber 15 000 Zuschauer. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen «Geisterspiele» durchgesetzt werden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte dies bereits für Bayern angekündigt. Wo Zuschauer zugelassen sind, gilt eine Maskenpflicht und die 2G-Regel.

(dpa)

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